Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

verwendet hatte. In derselben eben beschriebenen Weise wurden in Wageningen die Kuituren angelegt.

Fast nie fehlte der B. mycoïdes und der B. subtilis; beide sind streng aërobe Bakteriën. Ersterer bildet NH3 aus Eiweiss, doch lebt nur in O-haltigen Raumen, der zweite könnte gleichfalls bei der Gahrung die Rolle spielen, dass er daran mitarbeitet dem Haufen die nötige Temperatur zu geben. Der B. subtilis, der nach Cohn die Brühung des Heus und des Stalldüngers verursacht, könnte gleichfalls in dem bereit stellenden Haufen den noch anwesenden freien O verbrauchen.

Wenn also in dieser Weise die Lebensbedingungen auch für die Anaëroben geschaffen werden, wird sich die Temperatur durch die biologischen Prozesse der Mikroben zu jener Hölie steigern, die im gahrenden Haufen beobachtet wurde. Jedoch muss hier wieder bemerkt werden, dass immer fakultative Anaëroben aus den Kuituren von mir isoliert worden sind, die also zusammen mit dem Mycoïdes und Subtilis erst den Sauerstoff verbrauchen, um spater getrennt von diesen letzeren Mikroben, welche streng aërob sind, ihre Lebensfunktionen fortzusetzen. Durch den Einfluss dieser fakultativen Anaëroben bekommt der Tabak sein Arom, insofern wir bei unserm hollandischen Tabak davon reden können.

Bei der Fermentation haben wir also zu thun mit Zersetzungen, nicht

hervorgerufen durch chemische Agentien, sondern durch einige Mikroorganismen.

Dass die von mir isolierten Mikroben eine entschiedene Wirkung ausiiben, stimmt

mit meinen letzten Untersuchungen, die noch im Monat September des Jahres 1897

gemacht worden sind, überein. Alsdann ist es mir gelungen, als ich nach der Ursache

der Mosaïkkrankheit suchte, von der Epidermis der lebenden Blatter, Bakterien zu

isolieren, welche denjenigen, die ich in grosser Zahl aus dem gahrenden Haufen in

i

Kultur brachte, völlig glichen. Sie fanden sich auf jenen Blattern nicht als latente Mikroben, als Sporen, sondern in vegetativen Formen als „Örtliche Kuituren". Hierdurch auch zeigten meine Kulturplatten jenen Reichtum, nicht an Arten, sondern an „Reinkulturen". Die Bakterien, die ich im Allgemeinen im gahrenden Tabak fand, sind, ausser den genannten Mycoïdes und Subtilis, Mikroben, welche ich in „Flügges" System in die Gruppe der Subtilis und Proteus bringe.

In Figur 5, I—'V sind deren Kuituren, in Gelatine, auf Agar und Kartoffel wiedergegeben, ebenso die Form der Bakterien und der Koloniën in den verschiedenen Stadiën ihrer Entwicklung. Ich nenne die funktionierenden Bakterien: Bacillus Tabaci I, II, u. s. w.

Wie die Figur zeigt, haben die Gelatine-Stichkulturen la und IVc nebst Vla mit B. anthracis (zur Yergleichung) grosse Ahnlichkeit; gleichfalls die Kuituren auf Kartoffel von Ic und Ilr, wobei erstere heil rosa und feinkörnig, letztere milchweiss und schwer gefaltet ist. Weiter zeigen die Strichkulturen auf Gelatine

Sluiten