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Der Tabak

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schon im Wasser untergetaucht war und nicht bewegt wurde, wird mit einer sterilen Pincette auf sterilisiertes Papier gelegt.

Es liegt also feucht darauf. Nachher wird die obere Seite des Blattchens mit dem trocknen Pinsel, welcher also steril ist, abgebohnt. Mit diesem noch nassen Pinsel macht man Striche über die festen Oberfliichen von Gelatineplatten. Nach einigen Tagen sieht man denn, dass der erste Strich die grösste Zahl Koloniën hervortreten lasst, gewöhnlich zu viel als dass man sie unterscheiden könnte; der zweite Strich schon weniger, der dritte und vierte noch weniger, u. s. w. Letztere Methode wurde immer von mir angewendet bei unserm einheimischen Tabak, beim Deli- und Havanna-Tabak.

Das Resultat war ein glanzendes. Die Untersuchungen nach der Gahrung des Tabaks erlauben diese Methode, weil hierbei keine obligaten anaeroben Bakterien im Spiele sind. Sie ist natürlich unbrauchbar, wenn es sich um Mikroorganismen handelt, welche SauerstofF nicht ertragen. Die Petri'schen Kulturplatten sind auf lichtempflndliches Papier gesetzt, 25 Secunden vom Sonnenlicht beschienen und oben photographisch, ohne Retouche reproduziert. Die Glaskratzer am Boden des Schiilchens sind hierbei deutlich sichtbar.

Bei den Untersuchungen unsres einheimischen Tabaks, die im Jahr 1897 von mir in „de Natuur" publiziert wurden, hat sich herausgestellt, dass wir es hier zu thun haben mit einer Gahrung, bei welcher fakultative anaerobe Bakterien, also aucli unter Hinzutretung von freiem SauerstofF oder Luft, eine Rolle spielen. Sogleich ergab sich daraus, dass im gahrenden Tabak von verschiedener Herkunft aus unsern Gegenden (Betuwe, Veluwe, Maas waal) verschiedene Mikroorganismen mehr oder weniger hauflg anwesend waren, jedoch in überwiegender Zahl diejenigen, welche sich an der Gahrung beteiligten.

Meine zunachst liegende Vermutung hat sich bestatigt. Fünf verschiedene Bakterien, welche, aus verschiedenem Tabak herstammten, sind damals von mir abgebildet und kurz nach ihren morphologischen und biologischen Eigenschaften beschrieben worden. Alsdann ist Tabak von mir sterilisiert worden, d. h. alle Mikroorganismen, welche sich auf und in demselben befanden, wurden getötet und nachher ist jener Tabak mit den verschiedenen Reinkulturen geimpft worden. Alsdann steilte sich heraus, dass die Impfung mit dem B. T. I. und III (Bacillus Tabaci I. und III) dem Tabak das richtige Arom verlieh, ein Arom, welches, hier in Holland für das beste gehalten wird. Meine Vermutung, dass jene Gahrung doch noch einen andern Verlauf haben würde, wenn die namliche Tabaksart nicht sterilisiert, dahingegen mit den genannten Tabaksbakterien geimpft würde, hat sich bestatigt. Jedoch müssen wir hierbei in Betracht ziehen, dass nebst den in grosser Zahl künstlich angebrachten Mikroben, noch mehr Arten ihre Wirkung ausüben, Arten, welche gleichfalls das feuchtgewordene Tabaksblatt angreifen,