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Bexveise für sie unschwer zu beschaffen. Bevor ich diese der Reihe nach aufführe und erörtere, sei es mir gestr.ttet kurz daran zu erinnern, dass dem aitolischen Bunde zu Nikanders Lebzeiten in Nord-Griechenland folgende Landschaften und Stadte angeschlossen gewesen sind: Westliches Lokris, Phokis, Doris, östliches Lokris, Oitaia, Herakleia, Ainis, Dolopia, Malis, Phthiotis, Thessaliotis, Hestiaiotis 1), ein Teil Akarnaniens, Ambrakia. Ferner sind damals auch einige Landschaften und Insein dem Bunde in irgend einer loseren Weise angegliedert oder doch jedenfalls eng mit ihm verbündet gewesen, namlich Elis, Messenien, Boiotien (245—239 und dann zum zweiten Mal zwischen 229 und 223), Kephallenia, Keos, Knossos.

Unter den acht in Schneiders Nicandrea auf die Airx/.txs. beziiglichen Angaben antiker Schriftsteller giebt es vier, vermittelst derer wir die tendenziösen Absichten des Dichters deutlich erkennen können.

Im ersten Buche dieses Werkes hatte Xikander (Schneider,frg. 2) geschrieben, Glaukos, von dem Apollon nach ihm die Mantik erlernt haben sollte 2), habe, als er einmal in Aitolien auf der Jagd war, auf dem dortigen Berge 'Cipsiy das Zauberkraut gefunden, dessen Genuss ihn unsterblich machte. Diese sonst unbekannte Lokalisierung der Sage des Glaukos ware nicht nur vor dem Uiten Jahrhundert den Griechen geradezu liicherlich vorgekommen, da sie sich schwerlich hatten vorstellen können, dass der Fischer Glaukos aus Anthedon einmal in einer so unwirtlichen Gegend wie das aitolische Gebirge auf die Jagd gegangen ware, sondern es fallt sogar schwer, sie als eine zur Zeit des Nikander bestellende und von ihm aufgenommene aitolische Lokalsage gelten zu lassen. Vielmehr wird sie Nikander selbst erfunden haben; die Tendenz aber erscheint, wie man gleich aus diesem ersten Beispiel ersieht, ziemlich stark aufgetragen.

Das zweite Beispiel ist gewiss nicht weniger krass. Nach

') Beloch, Griech. Gesch. III, 1, S. 661; III, 2, § 145.

■) Xach anderen hatte Apollon die Weissagekunst von Pan gelernt (bibl. Apoll. I, 22 ; hypoth. Pind. Pyth.).

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