Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Bund in keinerlei Beziehung, was gewiss Niemand wundern wird, da Nikander in seinen Heteroiumena völlig frei war, sich mit Metamorphosen aus aller Herren Landern zu befassen. Man staunt im Gegenteil dariiber, dass er sogar in diesem Sammelwerke die ihm freilich gelaufigeren nordgriechischen Sagenstoffe in einer so ausgesprochen parteiischen Weise bevorzugt hat. Dass er dabei die Sagengeschichte in eben so tendenziöser \\ eise umgeformt und erweitert hat, wie friiher in seinen Ahx/.ucx, glaube ich überzeugend dargetan zu liaben. Mag man immerhin das eine oder andere Beispiel an und fiir sich vielleicht auch einer anderen Deutung für fahig erachten, so wird man doch gewiss der Haufung der verschiedenen Belege die ihr meiner Ansicht nach innewohnende Beweiskraft nicht absprechen können. Daraus ergiebt sich dann als festes Resultat, dass A 'ircc/.iyj. und 'Erepoic-jftevx von ein und demselben Dichter aus der Zeit Attalos I herrühren. l m einzusehen. wie völlig einwandfrei und zwingend dieser Schluss ist, braucht man sich nur den weiteren Lauf der Geschichte des aitolischen Bundes im 11ten Jahrhundert zu vergegenwartigen. Bereits im J. 189, am Ende des ungliicklichen Krieges gegen Rom, war die Macht der Aitoler gebrochen ; nach der Niederwerfung Makedoniens bei P\ diia verloren sie sogar fast allen Besitz ausserhalb ihrer eigentlichen Stammesgrenzen (167). Von da an haben sie in der 1 olitik nie mehr eine irgendwie bedeutende Rolle gespielt. Zur Zeit Attalos III (138—133); zu dessen Lebzeiten der jüngere Nikander, vorausgesetzt dass er existiert hat, nach den Angaben der Alten anzusetzen ware, batte Aitolien, wie überhaupt ganz Oriechenland, bereits seit einer Reihe von Jahren seine politische Unabhangigkeit verloren. Eine Schrift, wie Nikanders Heteroiumena, mit einer so ausgepriigten aitolerfreundlichen Tendenz, ware fiir die Zeit nicht mehr denkbar. Das Jahr 189 bildet die iiusserste Zeitgrenze, nach der kein Dichter die Aitoler mehr in der parteiischen Weise hatte feiern können, wie es in Nikanders 'Erepoiovfisvx der Fall ist. Für einen kleinasiatischen Dichter, einen Lntertan des K.önigs von I'ergamon, hatte sogar das Jahr 192 als ausserste Zeitgrenze zu gelten, denn im Kriege

Sluiten