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sich das Wasser des Flusses: so steigt er trockenen Fusses zu den feuchten Höhlen, den geschlossenen Seeen und den rauschenden Waldern ilires unterirdischen Reiches herab. Dort wird er gewahr, dass an dieser Stelle nicht nur der Peneios, sondern alle Flüsse der Welt entspringen:

366 Omnia sub mag na labentia flumina terra

Spectabat diversa loc/s ....

Nun liegen zwar die Quellen dreier grosser Flüsse, des Arachtos, des Aoos und des Inachos in der Xahe derjenigen des Peneios; was aber der Dichter hier sagt, musste für den gevvöhnlichen griechischen oder römischen Leser eigentlich unerhört klingen. Auch Maass hat das Seltsame dieser Vorstellung richtig erkannt und sie mit vollem Recht als staunenswert bezeichnet: ,,die Quelle des thessalischen Stromes, vvelche doch in den Pindosbergen liegt, gilt dem L rheber der Beschreibung zugleich als Ursprung aller übrigen Flüsse der Welt!" Dass das Lokalsage sein könnte, wird keiner behaupten, denn für die volkstümliche Vorstellung existieren die fremden Flüsse sozusagen gar nicht. Es ist dichterische Erfïndung, welche den Zweck verfolgt, dein nationalen Stolze zu schmeicheln, indem sie den heimischen Fluss zum \ ater aller übrigen Gewasser der ganzen Welt macht. 1 berin erkennen wir die Hand des Xikander: es ist hier wieder dasselbe Uebermass der chauvinistischen Gesinnung vorhanden, welches ihn früher z. B. dazu gebracht liatte, Glaukos in Aitolien die Weissagekunst erlernen zu lassen.

Und noch nicht genug damit! Die Quellen des Peneios liegen auf den nordöstlichen Abhangen des Lakmon (Bursian, Geogr.v. Griech. I, S. 41), also in der lymphaia; es kann keine Ueberlieferung sein, dassKyrene in einer so unwirtlichen und barbarischen Gegend ihren \\ ohnsitz gehabt hat. Die Tymphaia aber hat zum aitolischen Bund gehort, was zur Genüge daraus hervorgeht, dass Plinius N. H. IV, 3 ausdrücklich die Tymphaier nebst ihren südlichen Nachbarn, den Athamanen, unter den Aetolorum populi auffiihrt. Der untere I.auf des Peneios und das Tempetal sind hingegen immer makedonisch geblieben; dieses muss der Grund sein.

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