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Der ganze Gang der Handlung ist für die Bühne des Vten Jahrhunderts unerhört, und die subjektiven Neuerungen in der Sage sind so stark, dass sie Sophokles nicht zuzutrauen sind. Man wird also dazu gedrangt, irgend eine verschollene Tragödiedes IVten Jahrhunderts als Hygins Quelle zu betrachten. Eine Stelle des Ailian (Hist. an. III, 47) zeigt auch, dass man noch im Illten Jahrhundert nach Chr. eine Tragödie kannte. in der der Hauptzug der Erzahlung bei Hygin vorkam, wie nl. T.elephos beinahe das Heilager* mit seiner eigenen, von ihm nicht erkannten Mutter vollzogen hatte, ware nicht auf Geheiss der Götter plötzlich ein ürache zwischen ihnen beiden erschienen. Damit ist nun aber noch nicht erwiesen, dass die Erzahlung bei Hygin auch sonst genau und in allen Einzelheiten den Inhalt jener spaten attischen Tragödie wiedergiebt; es ware doch auch denkbar, dass irgend ein hellenistischer Dichter zu Grunde lage, derden Stoff. den er bearbeiten wollte, zwar der betreffenden Tragödie entnommen, dann aber selbstandig in einigen Punkten umgeniodelt hat. Es enthalt namlich die Erzahlung bei Hygin zwei eigentümliche \euerungen der Sage, welche in Zusamnienhang mit einander betrachtet werden miissen, und von denen die eine jedenfalls, wie mir scheint, von einem attischen Tragödiendichter auch des I\ ten Jahrhunderts nicht wohl herrühren kann.

Fassen wir erst den ersten Punkt getrennt für sich ins Auge. Es erscheint hier der Sohn der Atalante Parthenopaios als Begleiter des Telephos auf seinem Zuge nach Mysien. Es ist gewiss gut möglich, dass dieser Zug aus der Tragödie herstammt: der tragische Dichter kann das Bedürfnis empfunden haben, der besseren Exposition des Stiickes wegen dem Telephos einen Reisegefahrten zu geben, ahnlich wie ürestes von Pylades begleitet auf die Bühne gebracht zu werden pflegte ]). F ragt man. uaiuni er bei dieser willkürlichen Vornahme gerade auf Parthenopaios verfiel, der ja seinem Ursprunge nach nichts mit Telephos

') Ich glaube, das Ribbeek Recht hat, wenn er Röm. Trag. S. 312 annimmt, dass in der Atalanta des 1'acuvius umgekehrt der junge Telephos dem Parthenopaios auf der Reise, die er um seine Eltern zu suchen unternahm, als Gefahrte beigegeben war.

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