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Boiotien schloss mit ihm, wie wir wissen, im J. 245 ein enges Bündnis, welches jedoch bald nach der Thronbesteigung des Demetrios (239) wieder aufgelöst ward. Spater stand Boiotien noch einmal von 229 bis 223 mit Aitolien im Bunde. Das Interesse Nikanders an der Entwicklung der aitolischen Macht lasst sich auch noch über das Datum 239 hinaus verfolgen. Es ist jedoch anzunehmen, dass er spatestens wahrend der ersten Regierungszeit Attalos' I wieder nach Klaros übergesiedelt ist, wpselbst er als Apollonpriester und kolophonischer Bürger :) sein Leben beschlossen haben dürfte. Kolophon gehorte damals, als Nikander in seine Vaterstadt zurückkehrte, immer noch dem König von Syrien, hatte aber, wie auch die anderen grossen Stadte der Westküste Kleinasiens, schon seit 255 Freiheit vonSteuern und Besatzung erlangt. Spatestens im J. 228, als Attalos von I'ergamon ganz Klein-Asien in seine Gewalt brachte, wird Nikander Beziehungen mit dem pergameuischen Hof angeknüpft haben. Welches Werk es war, das er mit den bekannten Yersen:

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dem Attalos selbst gewidmet hatte, wissen wir nicht. Ein solcher Anfang besagt selbstverstandlich nicht, obgleich einige Moderne diese Anschauung vertreten haben, dass das betreffende Werk als ganzes ein Lobgedicht auf den König gewesen ist. In diesem letzten Abschnitt seines Lebens hat Nikander auch sein Hauptwerk, die Heteroiumena, vollendet. Dieses enthielt eine Sammlung Verwandlungssagen aus verschiedenen Landern und kann deshalb schwerlich eine so ausgesprochene Tendenz gehabt haben, wie seine früheren, dem Titel und dem Inhalte nach einheitlicheren mythologischen Schriften. Tendenzlos war aber auch dieses Werk keineswegs, was sich sofort aus der Bevorzugung der Sagen der zum aitolischen Bund gehörenden oder mit ihm verbündeten Teile Griechenlands ergiebt, wahrend

') Der grösste Teil der Bewohner Kolophons war zwischen 295 und 288 (Beloch, Gr. Gesch. III, 1, S. 284) von Lysimachos in Ephesos angesiedelt worden (Paus. I, 9, 7), aber die Stadt bestand dessenungeachtet fort.

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