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mit Erlaubnis ihres Vaters als Jagerin in den Waldern, Apollon aber steilte ihr gar bald in der Glut seinerersten Liebe unausgesetzt nach und wiirde die Fliehende im schnellen Laufe auch erhascht haben, ware sie im letzten Augenblick nicht durch göttliche Macht in einenLorbeerstrauch verwandelt worden. So flocht denn Apollon sich den immergrünen Lorbeerkranz ins Haar und erkor den Lorbeer zu seinem heiligen Baum. Bei dieser Version der Sage ist das einzig Charakteristische, dass sie sich in Thessalien abspielt. Sie ist in der Litteratur ziemlich selten. Wenn sie sich auch bei Statius, bei Hygin und in römischen Scholien nachweisen lasst, so fallt das nicht ins Gewicht, da sie da eben höchst wahrscheinlich auf Ovid selbst zurückgeht. Aber auch Nikander folgte aller Wahrscheinlichkeit nach derselben Version, wie aus der oben bcreits einmal angeführten Stelle seiner Alexipharmaka hervorgeht (198 ff.):

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Das xItiov der Fassung der Sage, für die wir also Nikander und Ovid als einzige Gewahrsleute nennen müssen, ist unschwer zu erraten. Es tragt einen mehr speziellen Charakter als sonst in der üblichen Form des Mythus. Die Sage soll hier natnlich offenbar zur Begriindung des bekannten delphischen Kultbiauches dienen, der alle acht Jahre wiederholten heiligen Prozession nach dem Tempetal, in welcher der Lorbeer, der dort in Fülle wachst, nach Delphi gebracht wurde, um zur Bekranzung der Sieger in den pythischen Spielen zu dienen. Da nun die gewaltsame Uebertragung des fremden Mythus nach Thessalien zum Zwecke der Bereicherung der delphischen Mythologie vollkommen zu dem Bilde der Tatigkeit Nikanders passt, das wir vorhin aus zahlreichen anderen Tatsachen gewonnen haben, so werden wir hier ohne Schwanken Nikander als den Urheber

Castiglioni, Studi intorno alle fonti e alla composizione delle Metamorfosi di Ovidio, S. 118.

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