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der thessalischen Form der Daphnesage und seine Darstellung als die direkte Quelle Ovids bezeichnen diirfen 1).

Wenn nun also Ovid das Thema und die spezielle Yersion des Thema's dem Nikander verdankt, so fragt sich weiter, ob er auch die Details der Erzahlung, ob er die Züge, die ihm in der Dichtung des Nikander gefielen, in sein Latein übertragen hat oder ob er wenigstens hierin ganz seine eigenen Wege gegangen ist. Die Frage ist leicht zu entscheiden.

Als Apollon Daphne erklaren will, wer er sei, hebt er an:

mihi Delphica tellus et Claros et Tenedos Patare.ique regia servit.

Hier horen wir offenbar noch den klarischen Dichter selbst, dem es ein Bedürfnis war, sein eigenes Apollonheiligtum sofort an zweiter Stelle nach dem pythischen zu erwahnen. Man kann daraus nun zwar nicht entnehmen, dass die ganze Rede, welche Ovid den Gott bei der Verfolgung an die Nymphe richten lasst, einfach aus Nikander übersetzt ist, aber doch gewiss soviel, dass auch Nikander den Werber in derselben Lage eine ahnliche lobende Anpreisung seiner selbst hatte halten lassen.

Vs. 486 f. findet sich eine Anspielung auf einen bekannten \ ers des Kallimachos. Dieser hatte die Artemis an Zeus die Bitte richten lassen:

6 5;?" 'J.zi 7rxp^syiyii> x'iüviov, xt~x, Q'j/.xvjstv.

') Da die zeitgenössischen Schriftsteller Nikander und Phylarchos die Daphnesage beide bereits zu ihren speziellen Zwecken verwendeten und veranderten, so muss vor ihnen mindestens ein anderer hellenistischer Dichter die Sage in ihrer ursprünglichen elisch-arkadischen Form in die Litteratur eingeführt haben. — Nach Diodor IV, 66 weihten nach der Eroberung Thebens die Epigonen die Tochter des Teiresias, welche Daphne hiess (gewöhnlich heisst sie Manto), nach Delphi, wo sie sich in der Weissagekunst weiter ausbildete. Nach Paus. X, 5, 5 wurde eine Bergnymphe namens Daphnis von Ge in Delphi zur npbij.v.'jzis gemacht. Das sind beides keine abweichende Fassungen der hellenistischen Sage, um die es sich hier handelt. Die darin vorkommenden nach dem apollinischen Lorbeer benannten Frauen haben, abgesehen von der Uebereinstimmung im Namen, mit der Heldin unserer Sage nichts gemein.

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