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getan vvird. Die Art der Nachahmung ist hier also dieselbe wie in den bekannten Teilen, in denen Ovid Vergil zum Vorbilde genommen hat. Er steht seiner Vorlage immer frei gegenüber und verwirft und verandert daran was ihm aus irgend einem Grunde nicht gefallt oder nicht passt; trotzdem ist aber das meiste, was vvir bei ihm lesen, nicht seine eigene Erfindung. Nur der Stil gehort ganz ihm und der genügt auch um seine Vorlagen für alle Leser mit Ausnahme vielleicht des unerbittlich analysierenden. Philologen so gut wie unkenntlich zu machen: irgend eine Nachwirkung des unleidlich trockenen Stils des Nikanders der Lehrgedichte würde Niemand in dem Gemisch von glatter Rhetorik und lebhafter Sinnlichkeit der ovidischen Erzahlung wiederzufinden vermogen.

Die Verse 544 ff.:

victa labore fugae spectans Peneidos undas

fer pater, inquit, opem, si flumina numen habetis ;

qua nimium placui, mutando perde figuram

und :

victa labore fugae, Tellus, ait, hisce vel istam,

quae facit ut laedar, mutando perde figuram

betrachte ich trotz Magnus' Widerspruch mit Maass, Helm, Ehwald, Zielinski, Castiglioni (S. 149) und anderen als die doppelte, beide Male vom Dichter selbst herrührende Fassung ein und derselben Stelle. Wir wissen ja durch Ovid selbst, dass die Metamorphosen in einem der letzten Feile noch bedürftigen Zustande, wahrend ihr Autor in der Verbannung weilte, von fremder Hand herausgegeben worden sind. Es braucht uns also nicht wunder zu nehmen, wenn in unserer Ueberlieferung einmal zwei einander ausschliessende, verschiedenen Stadiën der Durcharbeitung des Gedichtes entsprechende Fassungen einer Stelle neben einander hergehen. In dem hier zu betrachtenden Fall entsprechen offenbar die an zwei ter Stelle aufgeführten Verse einer Version des Mythus, welche sich mit Ovids Darstellung der Sage weniger gut und mit seiner Vorlage gar nicht vertragt, namlich der, nacli welcher Daphne die

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