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cherche dans Homère le pathétique noble: Ovide en tire un pathétique fatnilier, qui n'est pas sans charme" 1). Die kleine von Ovid auf eigene Faust vorgenommene Aenderung aber, auf die ich hier von neuem aufmerksam machen möchte, kann nicht aus dem gleichen oder aus irgend einem ahnlich beschaffenen Grunde erklart wérden. Vergil lasst Aineias und seine Gefahrten aul den Strophaden den Harpyien begegnen, unter denen er nur eine mit Namen nennt:

Aen. III, 210 Strophades Graio stant nomine dictae Insulae Ionio in magno, quas dira Celaeno Harpyiaeque colunt aliae.

Im Folgenden lasst er die Celaeno die Trojauer durch die Prophezeihung des ihnen bevorstehenden Unglücks erschrecken. Ueber denselben Vorgang berichtet Ovid nur kurz, nennt dabei aber anstatt der Celaeno die Aello, was ebenfalls einer der üblichen Namen der Harpyien ist:

Met. XIII, 708 Strophadumque receptos

portubus infidis exterruit ales Aello.

Für diese willkürliche Aenderung gibt Ehwald folgende Erklarung: „Statt der Celaeno nennt Ovid Aello, weil ihm dieser Harpyienname bequemer in den Vers passt." Das ist sicher nicht richtig gesagt, denn welcher Vers hatte jemals einem Ovid Schwierigkeiten machen könnenr und hatte er in dem gegebenen Fall nicht ebenso leicht: „exterret dira Celaeno" schreiben können, wenn er gewollt hatte? Der wahre Grund zu der Aenderung kann nur der sein, dass Ovid, um seine Gelehrsamkeit (die er nicht hatte) zu zeigen, eben einmal einen anderen mythologischen Namen hinschreiben wollte als den, den er bei Vergil vorfand. Des Namens Aello mag er sich aus zufalliger Lektüre erinnert oder gar ihn in einem mythologischen Handbuche nachgeschlagen haben. Vollkommen ahnlich liegt der Fall in der Metamorphose der Daphne. Die von Nikander abweichende Genealogie des Madchens kann er entweder in einem Scholion

M Lafaye, Les Métamorphoses d'Ovide et leurs modèles grecs, S. 127.

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