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Metam. V, 578 nee me studiosius altera saltus

legit nee posuit studiosius altera casses.

VII, 246 tum super invergens liquidi carchesia vini

alteraque invergens tepidi carchesia lactis... Aus dem selben Grunde venvendet er in einem Distichon denselben Halbvers einmal am Anfang und andermal am Schluss:

Rem. am. 385 Thais in arte mea est: lascivia libera nostra est;

nil mihi cum vitta: Thais in arte mea est.

Einmal hat er sich sogar zu der Spielerei verfiihren lassen, die beiden Halften eines Pentameters einander vollkommen gleich zu machen:

Ep. Sapph. 39 Si, nisi quae facie poterit te digna videri,

nulla futura tua est, nulla futura tua est. *)

Manchmal aber ist die Wiederholung derselben Klange, die Ovid so sehr liebte, dass er sie auch um ihrer selbst willen suchte, bei ihm auch innerlich motiviert: es wird dadurch entweder ein im Stoff gegebener Parallelismus veranschaulicht, oder es kann durch den Rythmus der gegensatzlichen Wortstellung beispielsweise ein starkes Gefühl einer leidenschaftlich redend eingeführten Person geschildert werden. Let/.teres ist der Fall in der Bitte, welche er die stolze Niobe, nachdem ihre sieben Söhne und sechs ihrer Töchter von den Pfeilen der Diana getroffen worden sind, an die feindliche Göttin richten lasst: „Lass mir die eine, die jüngste. Von den vielen", so schrie sie, „fordere ich von Dir nur die jüngste, die eine."

Metam. VI, 299 unam minimamque relinque.

de multis minimam posco, clamavit, et unam.

Es weiss namlich wohl ieder aus Erfahrung, dass ein in aussersterErregung Sprechender die Neigung hat, das einmal Gesagte sofort darauf noch einmal mit starkerer Betonung zu wiederholen. Das klingt wie eine Behauptung des eigenen Standpunktes und manchmal auch wie eine Herausforderung der gegnerischen

') Cf. Her. IV. 144.

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