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I artei. So auch hier: man beachte das clatnavit! Betrachten wir jetzt noch einmal die Stelle, von der wir ausgegangen sind. Sollte nicht auch dort das Wort satia vom I)ichter ebenso mit bewusster Absicht zweimal hinter einander gebraucht worden sein, um damit die zornige Aufvvallung der gegen den Himmel empörten und sich in ihrer Rede nicht beherrschenden Königin in pathetischer \\ eise zum Ausdruck zu bringen ? Ich würde annehmen, dass viele, wollte man den Vers 282 mit starker Betonung des zweiten satia lesen, die Wiederholung dieses Wortes als eine rhetorische Schönheit empfinden würden. Andere würden dariiber freilich vielleicht nicht ganz ebenso urteilen: aber gut, wenn sie auch jetzt noch meinen sollten, dass die Wiederholung hier weniger kunstvoll ist, als man es von Ovid sonst gewohnt, so ware das noch langst kein Grund, den Halbvers rorque feruin satia dem Dichter abzusprechen. Hat nicht Ovid selber darauf hingewiesen, dass sein Werk weniger formvollendete \"erse enthielte, die zu verbessern er nicht die Musse gehabtr

1 rist. I, 7, 39 quicquid in his igitur vitii rude carmen habebit, emendaturus, si licuisset, eram.

Anders liegt die Sache Metam. VIII, 284 {., wo der kalydonische Eber mit folgenden Worten beschrieben wird :

284 sanguine et igne micant oculi, riget horrida cervix

285 et saetae similes rigidis hastilibus horrent

286 stantque velut valium, velut alta hastilia saetae.

Hier sind alle Kritiker sich dariiber einig, dass die Verse 285 und 286, die zum Teil mit denselben Worten genau dasselbe sagen, einander ausschliessen. Man ist daher hier gezwungen, eine doppelte Fassung anzunehmen, wenn anders man nicht dartun kann, dass einer von den beiden Versen unecht ist oder sie gar, wie es haufig geschieht, beide miteinander zu streichen sich anlassen will. Dass die bessere Ueberlieferung den Vers 286 nicht hat, beweist nicht gegen die Annahme einer doppelten Passung: die guten Handschr iften brauchen sich ja nicht dadurch

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