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der Poësie, dass der Erzahler (nicht der Dichter, sondern Achelous selbsterlebtes als Augenzeuge berichtend) seine persönliche Beobachtung movit caput acquoreus rex sq. nicht mit Hinweis auf die Nahe und leibhaftige Erscheinung des Gottes begründet." Also Ovid müsste hier nicht: „Da schüttelte der Meergott das Haupt", sondern: „Da erschien mir der Meergott und schüttelte das Haupt" geschrieben haben ? Mir sind jene „Grundgesetze der Poësie", welche Magnus das zu erfordern scheinen, völlig unbekannt.

In Vers 597 soll die Konstruktion des Verbums desinere mit in cum ablativo unovidisch sein. Magnus gesteht ein, dass sie gut lateinisch ist und schon aus dem Grunde allein geilt es nicht an, sie dem Ovid absprechen zu wollen, wenn sie auch sonst zufallig nicht bei ihm vorkommen mag. Magnus beachtet aber nicht, dass desinere in aliqua re dem Sinne nach nicht ganz dasselbe ist als desinere in aliquid. Jenes heisst: aufhören bei etwas, das die Grenze bildet, über die hinaus die Wirkung des Subjekts nicht geht, dieses: in etwas übergehen, wobei es keine bestimmte Grenzlinie giebt, wo das eine aufhört und das andere anfangt. So heisst es zum Beispiel ganz richtig von einem Ungeheuer, dessen Körper in einen Fischschwanz auslauft:

Metam. IV, 725 tenuissima cauda

desinit in piscrw

und von einer Frau, die in Thranen erstickt und deren Stimme stockt:

Fast. II, 755 desinit in lacrimrtj,

aber Cicero sagt: desinere in /wdem verb/j, den gleichen Satzschluss machen J). Ebenso heisst es auch hier vollkommen richtig: amnes desinunt in Neptune, nicht in Neptun//w. denn die Konstruktion mit dem Akkusativ würde die Vorstellung hineintragen, dass die Flüsse an ihrer Mündung sich allmahlich und unmerkbar in das Meer verlieren, eine Nüancierung des Gedankens, die, da hier allgemein von allen Fliissen der Welt die Rede ist,

') Cf. Suet. Ner. 46.

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