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worden ware als piae culmina villae. Es ist die im Griechischen so gewöhnliche, tür den Sinn gleichgültige Attraktion des Adjektivs vom nomen rectum auf das nomen regens, die immer wieder zu Missverstandnissen Veranlassung giebt1).

Metam. XI, 57 hat Helm mit Unrecht eine Dublette angenoramen. Die zwei schlechten Verse 5 ja und 57/', die einander ausschliessen, sind, wie Magnus schlagend nachweist (S. 23 if.), beidé unecht.

Ebenso ist die Stelle Metam. XII, 192 von Magnus richtig beurteilt worden. Es kann da von einer doppelten Fassung keine Rede sein, sondern nur von einer in den Text eingedrungenen, ursprünglich am Rande beigeschriebenen Paral lelstelle.

Das Ergebnis der hier angestellten Nachprüfung von Helms und Magnus' Argumenten ist also, dass man, abgesehen zunachst von der Stelle im Daphnemythus, von der wir ausgegangen sind, noch an vier anderen Stellen in den Metamorphosen wirkliche Dubletten antrifft-). Doppelte Fassung kommt tatsachlich hin und wieder in der Ueberlieferung der Schriften des Ovid vor. Wir werden sie deshalb um so eher auch in der Metamorphose der Daphne annehmen dürfen. Die positiven Griinde, die uns veranlassen, sie dort zu statuieren, brauche ich hier nicht noch einmal zu wiederholen. Magnus' Gegengriinde fallen nicht ins Gewicht. Wenn er sagt, der Zustand der Ueberlieferung sei der Annahme einer doppelten Fassung „nicht eben gunstig", so gesteht er damit selber ein, dass er eine solche Annahme jedenfalls nicht ausschliesst. Sprachlich hat er gegen die von ihm verworfene Fassung, in welcher Daphne die Erde um Hülfe anfleht, nichts vorgebracht. Seine individuelle Ansicht, die er auch in seiner Rezension von Castiedioni's oben angeführtem

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l) Cf. Wilamowitz, Hcrakles-, II, S. 114 f.

-) Ausserdem liegt, «ie Ehwald richtig bemerkt, auch Met. 1, 70 Doppelrezension vor.

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