Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

sie die gleiche \ orstellung aus derselben Quelle übernommen, dieser aus den Georgika, jener aus den Heteroiumena des Nikander. Damit wird es dann aber auch ohne weiteres höchst wahrscheinlich, dass Ovid auch die Gestaltung seiner Scliilderung von Io's Verwandlung dem Nikander verdankt. Es ist bereits einmal für einen Abschnitt der Metamorphosen der Nachweis geführt worden, dass üvid aus Nikander einen ganzen Strauss ihrem W'esen und Ursprung nach nicht zusammengehöriger Metamorphosen, ganz ahnlich wie ihn der Kolophonier zusammengestellt, herübergenommen hat ]). Dieser Fall steht also jetzt nicht langer vereinzelt da.

Die Sage der Io hat Ovid in einer Weise behandelt, die auch an sich schon deutlich erkennen lasst, dass seine Vorlage ein hellenistisches Gedicht gewesen ist. In Kallimachos' 'loüs xQti-ic niuss dem t itel des Gedichtes und der ganzen Stellung des Dichters nach das Hauptgewicht auf die Schicksale der Argiverin auf agyptischem Boden und ihre Gleichsetzung mit der Isis gelegt gewesen sein; in Ovids Vorbild hingegen war, wie es scheint, dieser letzteren nur ganz kurz gedacht (Vs. 747). Die Zurückführung der Augen des Pfauenschwanzes auf die hundert Augen des Argos (Vs. 722 f.) erscheint nicht vor dem alexandrinischen Zeitalter in der Litteratur. Die hier geschickt eingeschachtelte Metamorphose der arkadischen Nymphe Syrinx tragt ebenfalls einen durchaus hellenistischen Charakter. Ich ware daher geneigt zu glauben, ohne es im Uebrigen beweisen zu können, dass Ovid in der Sage der Io Nikander inhaltlich getreu gefolgt ist. Dass die ovidische Erzahlung Spuren einer Kontamination verschiedener Darstellungen des Mythus, darunter derjenigen des Aischylos und des Kallimachos aufweise, kann ich Eitrem2) nicht zugeben. Seine weitere Schlussfoleeruns-.

O ö'

Ovid habe irgend ein mythologisches Handbuch benutzt, in dem diese und noch andere poetische Quellen bereits mit einander vermischt gewesen waren, leidet übrigens an dem Uebel, dass

') Bethe, Hernies, 1904, S. 1 —14. '-) Philol. 1899, S. 451 ff.

Sluiten