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die Existenz derartiger mehrere Quellen zusammenschweissender und mit einander versetzender Handbücher überhaupt nicht erwiesen ist.

Der Metamorphose der Io schliesst Ovid vermittelst eines zweiten künstlichen Uebergansis den Mythus des Phaethon an:

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lo's Sohn Epaphos begegnet dem gleichaltrigen Sohne des Helios und der Klymene Phaethon und zieht dessen göttliche Abkunft in Zweifel: dieser Hohn veranlasst Phaethon zu seinem Yater zu gehen und ihn um seinen Wagen zu bitten. Auch diese Verknüpfung zweier in keiner VVeise zusammengehöriger Mythen ist selbstverstandlich die wiilkürliche Erfindung irgend eines Dichters; freilich haben wir jetzt das Recht verloren, derartiges ohne nahere Beweise in allen Fallen dem Ovidselbst zuzuschreiben. Die Betrachtung der Phaethonsage, welche in das Ilte Buch der Metamorphosen gehort, verschieben wir aber bis auf spater, und wenden uns zunachst dem der Daphnesage vorangehenden Teil des ersten Buches zu.

Nach vier einleitenden Versen, in denen der zu behandelnde Stoff kurz und bündig bezeichnet ist und die Götter um Hilfe für das gute Gelingen des Gedichtes angerufen werden, folgt eine ziemlich ansführlich geschilderte Kosmogonie (Vs. 4—75) im Sinne der stoïschen 1'hilosophie. Von Hesiod bis zur Bibliotheka Apollodors hat man immer den Anfang der Welt von Chaos und Uranos ausgehend in rein mythischer und genealogischer Form erzahlt. Hier finden wir hingegen eine Schilderung der Entstehung der Welt aus dem physischen Chaos. Diese Einleitung des VVerkes war also durchaus nicht etwas Gegebenes; sie widersprach geradezu der herrschenden Gewohnheit. Da aber Ovid selber gewiss nicht Stoïker war, so wild er schwerlich ganz aus eigenem Antriebe darauf verfallen sein, gerade in dieser so absonderlichen Weise anzuheben. — Auf die Schöpfung der Welt folgt die Scliöpfung des Menschen (76—88), welche ebenfalls im Geiste der Stoa vorgetragen wird. Nur die Frage, ob der SWMOvpyi; oder Prometheus den ersten Menschen gebildet liabe. lasst der Dichter ausdrücklich unentschieden. Es

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