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IÓ2 scires e sanguine natos.

Das ist doch wohl eine aitiologische Erklarung des Namens A'ifisvix, wie die hellenistischen Dichter, und auch Ovid selbst, Thessalien so vielfach nennen. Aus dieser Deutung erhellt, falls sie richtig ist. dass Ovid hier eine hellenistische Vorlage gehabt hat und zvvar eine tendenziös gefarbte, denn die landesübliche Erklarung des betreffenden Namens kann natiirlich nicht so gelautet haben. Haimonia hat ursprünglich, bevor es als dichterisches Synonym von Thessalien überhaupt üblich wurde, einen Teil Thessaliens bezeichnet und zwar dessen nördlichen Teil, wie aus Strab. IX, 5, 23 hervorgeht J). Dieselbe Strabonstelle lehrt auch, dass man den Namen von Haimon. dem Sohne des Pelasgos 2) und Vater des Thessalos, ableitete. Wer ist nun dieser hellenistische Dichter gewesen, der den alten Namen der Nordthessaler als „Blutmenschen" zu deuten unternahm und ihren Ursprung auf die gottverhassten Giganten zurückführter Natürlich Nikander, derselbe der ja auch den Wohnsitz der Kyrene aus dem makedonischen Teil Thessaliens nach dem Hochgebirge verlegt hat. Das bedarf. glaube ich, keines naheren Beweises. Ich bemerke ausdrücklich, dass sich daraus für die Ouelle des Ovid im vorhergehenden Abschnitt des ersten Buches nichts folgern lasst; es würde meiner Anschauung durchaus nicht entsprechen, wollte jemand behaupten, dass er auch die stoïsche Kosmogonie dem Nikander verdanke.

Es folgt darauf bei Ovid die Metamorphose des Lykaon (163— 243) und die Sintflut (244—312), durch die Juppiter das ruchlose Menschengeschlecht vernichtet. Diese Verknüpfung entspricht nicht der üblichen Form der Sage, findet sich aber dennocli in der bibl. Apoll. III, 99 nebenbei ervvahnt: tóx/Toy (sc.

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yeund ausserdein kennen sie auch einige in diesem Punkte ofïenbar nicht von Ovid abhangige spatere M\ thographen 3). Da aber die Sintflut in Nord-Griechenland lokalisiert ') Cf. Pind. Nem. IV, ;6.

2) Oder des Zeus (Kern, De epigr. Lar. commentariolus).

3) Serv. ad Verg. Ecl. VI, 41; Mvth. Vat. 189.

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