Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

zu werden pflegt, so ist ilire \'erknüpfung mit der arkadischen Lykaonsage nichtsdestoweuiger vollkommen künstlich; sie muss als die bewusste Neuerung irgend eines spateren Dichters angesehen werden. Ovids Erzahlung von Lykaon enthalt zunachst einen Zug. der sicli sonst nirgends findet: er lasst namlich Lj kaon dem Juppiter nicht nur Menschenfleisch vorsetzen, sondern mutet ihm auch einen Mordversuch zu (224 f.). Man könnte nieinen ich selber habe früher ebenso geurteilt — diesen Zug habe Ovid selbst nachtraglich in sein Gedicht hineingeflickt mit dem durchsichtigen Zweck, Gelegenheit zu finden, eine Anspielung auf eine \ erschwörung gegen das Leben des Augustus einzufügen (200—205). Sodann findet sich bei Ovid noch ein unscheinbares Detail, das uns bei richtiger Beleuchtung seine Quelle auch hier zu ermitteln gestattet. In der Bibliotheka lassen die Söhne des Lykaon irgend einen Knaben (evx tüv èvixispim icxïïx) aufgreifen und schlachten, um sein Fleisch dem sich für einen Gott ausgebenden Gast vorzusetzen, und auch bei den meisten anderen Autoreu kommt auf die Persönlichkeit des Geschlachteten gar nichts an: der Prevel Lykaons und seines Hauses besteht lediglich darin, dass sie dem hohen Gaste Menschenfleisch anbieten, um zu sehen, ob er es merkt. Eine ganz andere Fassung ist die, welche in den Katasterismen des Eratosthenes dem Hesiod (Fr. 181 Rz.) zugeschrieben wird und in der dei (ietötete Arkas ist, wodurch Lykaons Frevel bis ins Ungeheuerliche gesteigert wird. Kei Ovid steht aber, der Getötete sei ein molossischer Geisel gewesen, den Lykaon gehabt hatte (226 f.). Sollen wir glauben. wie uns heute zugemutet wird, Ovid habe dieses Detail selbstandig erfunden in der Absicht. das 1 re\elhafte in der lat Lykaons ein wenig zu steigernr Die Erklarung ist nicht zulassig, denn Ovid würde ohne aussere \ eranlassung doch nicht in so stilloser Weise die für seine Zwecke gleichgültige Nationalitat des Geisels hervorgehoben habe'n. Wir müssen vielmehr aus der betreffenden Stelle schliessen, erstens, dass Ovid hier eine poëtische Vorlage hatte, der er dieses Detail in gekürzter Form entnam, und zweitens dass Ovids Gewahrsmann mit seiner bei dem römischen Dichter

Sluiten