Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

weisung übergiebt '). Dass Chiron eine weissagende Tochter gehabt, welche in eine Stilte verwandelt worden, ist eine alte Sage. die auch Euripides verwertet hat. Bei Ovid verkiindet sie dem jungen Asklepios sein Schicksal: er würde lote auferwecken, Zeus würde ihn mit dem Blitz erschlagen. aber er würde nachher wieder zu neuem, göttlichem Leben auferstehen. Auch dem eigenen Vater weissagt Okyrrhoe sein Lebensende. Ihre Verwandlung erfolgt dann, weil die Götter ihr nicht gestatten wollen, weiter die Geheimnisse der Zukunft zu enthüllen. Darauf folgt die bekannte Geschichte des Diebstahls der Rinder des Apollon durch Hermes mit der Verwandlung des Battos, und zwar ist die Yerknüpfung hier bei Ovid wieder rein ausserlich: Chiron ruft Apollon um Hülfe an. aber der ist nicht mehr da, er weilt fern bei seinen Herden. In Wirklichkeit erkennen wir aber noch deutlich das Vorhandensein eines inhaltlichen Zusammenhangs, den Ovid oder seine Vorlage, um die Erzahlung zu kürzen und die überlieferten Ereignisse, die behandelt werden sollten, mehr zusammenrücken zu können, durch einen künstlichen ersetzt hat. Der Zusammenhansj ist folgender: Asklepios wachst heran und die Weissagung der Okyrrhoe erfüllt sich; als Zeus ihn erschlagt, erschiesst Apollon die Kyklopen, die den Blitz geschmiedet hatten, und büsst dafür. indem er ein Jahr lang einem Sterblichen als Hirt dienen muss 2). Man hat darin den Beweis finden wollen, dass Ovid sich hier eines m\ thographischen Handbuches bedient habe, aber mit Unrecht, denn dieser ganze Mythenkomplex stand selbstverstandlich nicht nur bei Mythographen, sondern auch bei Dichtern. Nur das ist vorderhand klar, dass der römische Dichter die Metamorphosen der ()kyrrhoe und des Battos ein und derselben Vorlage \ erdankt. \\ elcher Art dièse \ orlage war, wird sich im folgenden ergeben.

\\ as zunachst die Form angeht, in der die Sage des Battos

1) II. IV. 219; Pind Pyth. III, 80; Pherek. im Schol. Pind. Pvth. Iü, 59.

2) Bibl. ApoII. III, 122; Diod. IV, 71; Pieller-Robert. Gr. Myth. S. 2S1, 1; Wilamowitz, Isyllos, S. 70 ff.

Sluiten