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das freilich nicht, da Ovid leider über die Punkte hinweggeglitten ist, in denen Nikander in einer fiir ïhn charakteristischen Weise von der alteren Ueberlieferung abwich. Man kann nur sagen, dass die allgemeinen Griinde von vornherein sehr stark für diese Möglichkeit sprechen. Es bleibt aber zu untersuchen, oh sich im einzelnen vielleicht etwas dagegen anführen liesse.

Ich habe oben gezeigt, dass Ovid seine poëtische Vorlage in einem Punkte missverstanden hat, indem er Apollon anstatt in Thessalien in der Gegend von Pylos wohnen liess. Hatte er aber Nikander wohl missverstehen können. da der Auszug bei Antoninus Liberalis doch jedes Missverstandnis in dieser Hinsicht auszuschliessen scheint? Darauf ware zu entgegnen, dass man sich Nikanders Poësie ebenso dunkel im Ausdruck und verschlungen in der Darstellung zu denken hat, wie Antoninus Liberalis' Auszüge klar, unzweideutig und wohlgeordnet sind. In dem Vorkommen des Missverstandnisses bei Ovid erblicke ich, nebenbei bemerkt, auch einen Gegengrund gegen die oft verteidigte These, Ovid habe Dichter wie Nikander nicht im Original, sondern in Prosa-auszügen gelesen, denn griechische Prosa-auszüge pflegen sich eben durch grosse Klarheit auszuzeichnen.

Ovids Erzahlung weicht von derjenigen des Nikander, wie sie bei Antoninus Liberalis vorliegt, inhaltlich in zwei Punkten ab. Erstens schenkte namlich bei Nikander Hermes dem Battos einen Mantel, wahrend bei Ovid der Lohn in Vieh besteht. Es ist das allerdings keine sehr wichtige Diskrepanz, und Ovid kann dergleichen Variationen in der Schilderung, auf die nichts ankommt, gewiss gelegentlich auf eigene Faust angebracht haben. Wichtiger ist schon, dass nach Nikander der Fels, auf dem Battos wohnte, auch spater „Warte des Battos" (I!xttvj txcttixi) geheissen hat, wahrend Ovid von dieser hohen Warte nichts sagt, sondern nur, dass man den Stein, in den Battos selbst verwandelt worden sei, den „Anzeiger" (index) genannt habe. Darin widersprechen sich zwar die beiden Dichter nicht direkt, denn es Hessen sich die zwei Züge sehr gut kombinieren. Aber es sieht doch weit eher danach aus, alsob sie in den zwei bezeichneten Punkten verschiedener Tradition folgen. Könnte man nun be-

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