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haupten, dass diese Abweichungen es ausgeschlossen erscheinen lassen, dass Nikander für die Metamorphosen der Okyrrhoe und des Battos Ovids Vorlage gewesen ist ? Xein, denn wir wissen ja, dass es Ovids Gewohnheit war, seine Vorlagen nach Belieben und nach Kraften zu variieren. Wenn er Vergil nachahmt, greift er auf Homer zurück, der auch dem Vergil vorgelegen haben muss; wenn er einen spateren hellenistischen Dichter für die Phaethonsage zu (jrunde legt, zieht er dabei auch jenes altere hellenistische Gedicht heran und nutzt es ergiebig aus. Wo sich uns also einmal die Vermutung aufdrangt, dass er sich Nikander zum Führer auserwahlt hat, da sollen wir nicht von vorn herein erwarten, dass er ihni inhaltlich auch überall getreu gefolgt is. Für die zwei oben besprochenen Varianten könnte Ovid z. B. auf Hesiod oder auf einen der zwei anderen Metamorphosendichter zurückgegriffen haben, die nach Pamphilos im Lemma bei Antoninus Liberalis die Geschichte des Battos ebenfalls poëtisch behandelt hatten.

Auf die Metamorphose des pylischen Hirten folgt bei Ovid die Geschichte von Hermes' Liebe zu Herse mit der Beschreibung der Invidia und der Venvandlung der Aglauros in eine Bildsaule. Diese Erzahlung, deren Einkleidung durchaus den Gewohnheiten hellenistischer Dichter entspricht, findet sich sonst nirgendwo in der Litteratur, obwohl Kephalos nach guter alter Ueberlieferung Sohn des Hermes und der Herse ist. Die Geschichte steht zu der bekannten Sage der Kekropiden im Widerspruch, nach der Aglauros, nachdem siedie Erichthonioslade geöffnet, mit dem Tode bestraft wurde, und ist also jung.

Die yuellenuntersuchung des Ilten Buches der Metamorphosen hat uns zu folgenden Ergebnisssen gefiihrt:

Metam. II

1-7''—11,400 Phaethon, Heliaden. hellenistischeVorlage,jünKyknos ger als der von Knaack

nachgewiesene Dichter. 4°'—53° 1 Kallisto hellenistiScheVorlage.jiin-

ger als Kallimachos und

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