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natlirlich, dass wir bei der Lektüre seiner YVerke darauf achten, ob sich in seinen mythologischen Erzahlungen nicht seine Abhangigkeit von eben diesen Quelien verrat. Allein der Beweis dafür, den wir namentlich hier haben finden wollen, lüsst sich wohl betrachtet gar nicht erzwingen. Uebereinstimmung zwischen zwei Schriftstellern deutet. wo Zufall ausgeschlossen erscheint, auf Abhangigkeit von einander oder von einer gemeinschaftlichen Ouelle, falls das von beiden Erzahlte einen besonderen, eigentümlichen ( harakter tragt; ist aber diese Bedingung nicht erfüllt, berichten beide r.ur das was auch sonst ein jeder wusste und annahm, so beweist die Uebereinstimmung selbstverstandlich nichts. L nd so liegt offenbar der Fall hier. Was Ovid inhaltlich uber Kadmos und sein Geschlecht mitteilt, ist, wie die Grammatiker sagen. •>, Zu rrónxro: xz) fy/txhhrsfix. Diese selbe steht auch in dem uns erhaltenen mythographischen Handbuch und was damit zusammengehört. Im letzten Grunde wird diese Darstellung auf ein verlorenes Epos zurückgehen ; seit dem epischen Zeitalter ist die Sage des Kadmos und seiner Kinder allgemein in dieser und in keiner anderen Form verbreitet gewesen. Vereinzelt sind Dichter und Erzahler zvvar davon abgewichen und haben der eine diesen, der andere jenen Zug variiert, ohne jedoch die alte, hergebrachte Fassung der Sage verdrangen oder wesentlich beeinflussen zu können. Das Einzige was uns vielleicht einen Augenblick stutzig machen und dennoch für eine gemeinsame Ouelle zu sprechen scheinen könnte, ware vielleicht, dass sowohl bei Ovid, wie in der Bibliotheka und bei Hygin, die Verwandlung des Kadmos von seinen früheren Schicksalen losgetrennt und den Abenteuern aller seiner Kinder und Enkelkinder nachgestellt ist. Aber bei einigem Xachdenken wird man doch leicht einsehen, dass auch in diesem I'all keine willkürliche Anordnung vorliegt, sondern dass es kaum anders zu machen gewesen ware. Das Xatürliche ware ja, dass Kadmos bis zu seinem Tode mit seiner Gemahhn in dem von ihm gegründeten Theben bliebe; als aber sein ganzes Haus zu Grunde gegangen war, so lautet die Sage, wuide es dem Greis innerhalb der Mauern seiner Stadt zu eng, sodass er sich entschloss, fortzuziehen, tief in das Barbarenland

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