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gefunden haben soll. In der Form unterscheidet sie sich in nichts

von der alten bekannten und bereits für Hesiod bezeugten Fas-

sung i). Teiresias vvird von Juno geblendet und erhalt von Jup-

piter zum Ersatz die Gabe der Weissagung. Dann folgt die Ge-

schichte des Narkissos, ebenfalls eine boiotische Sage ~), die aber

nicht vor dem hellenistischen Zeitalter in der Litteratur aufge-

taucht ïst. Ihre Einführung ist dadurch motiviert, dass sie zuerst

den Teiresias, der das traurige Schicksal des schonen Jünglings vor-

ausgesehen hatte, in den Ruf eines grossen Wahrsagers brachte.

()b die Rulle des Teiresias in der Sage des Narkissos von Ovid erfun-

<len oder ihm bereits bekannt gewesen ist, entzieht sich unserem

Wissen. Mit ihr erscheint bei Ovid die Metamorphose der Echo

verblinden, was nicht notwendigenveise und auch sonst nicht immer

der hall war. Dass Ovid dieses nicht zuerst erfunden hat, haben

fruher \\ leseler und Helbig aus einigen pompejanischen Wand-

gemalden (1358 ff. 1361) nachweisen zu können geglaubt, auf

denen neben Narkissos eine Nymphe abgebildet ist; doch ist es

völlig unsicher, ob mit dieser Nymphe Echo gemeint ist. Man

kann also den Beweis nicht erbringen, dass Ovid für die Nar-

kissossage eine hellenistische Vorlage benutzt hat, obgleich kaum

jemand bestreiten wird, dass dies die grösste VVahrscheinlichkeit fiir sich hat.

Was dann die Pentheussage anbetrifft, so hat Knaack gemeint, Ovid habe in ihr die Bakchen des Euripides und ein falschlich dem Theokritzugeschriebenes Epyllionnachgeahmt.Die.se Ansicht verwirft mit Recht Kienzle S. 23 ff., der seinerseits meint Ovid habe ein mythologisches Handbuch zu Grimde gelegt und sich bei der Ausmalung der Einzelheiten hin und wieder der bekannten Verse des Euripides erinnert. In der Tat können die

>) Die Geschichtc wird auch erwahnt bei Ant. Lib. 17: Vrix.xxor

?■ Man muss es als möglich bezeichnen. dass Nikander s.e in d!e Metamorphose des I.etikippos eingeschachtelt hatte

') Von Narkissos erzahlte man nicht nur in Thespiai (Gruppe. Griech. Myth. S. ,026, A. 2) und dass Thespiai hier nicht als Heimatsort des Nark.ssos gemeint war, geht daraus hervor, dass er ein Sohn des Kephissos heisst, der ja mit Thespiai nichts zu tun hat.

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