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ein solcher Vorgang ist eben nur in sehr alter Zeit denkbar. Xun wissen wir aber, dass auch in Theben Aypiecvtx gefeiert wurden '). Also scheint die Sage auch einmal nach Theben hinübergezogen worden zu sein.

Athamas wohnt gevvöhnlich mit seiner Gemahlin Ino in Orchomenos2). Nichtsdestoweniger gab es aber auch eine andere Leberlieferung, die ihn zum Königvon Theben machte :1).

Mit der Ansetzung der Verwandlung der Töchter .des Orion in Theben steht Ovid allerdings allein; es ist aber zu beachten, dass Antoninus Liberalis, d. h. seine Quelle. mit der Verlegung der Sage nach Orchomenos ebenfalls allein steht.

Die alteste Geschichte Boiotiens lasst es völlig erklarlich erscheinen, dass dieselben Mythen sowohl in Theben wie in Orchomenos erzahlt worden sind. Erst ist Orchomenos, dann Theben die machtigste Stadt des Landes gewesen. Die Sagen und Kulte einer Landschaft sammeln und concentrieren sich immer in der Landeshauptstadt 4). Auch für die dem ganzen klassischen Altertum als thebanisch bekannten Sagenfiguren der Xiobe, des Aktaion und des Eteokles hat man mit Recht eine einmalige Lokalisierung in Orchomenos angenommen. Mit den Minyaden und dem Athamas hat sich Theben wohl echtes orchomenisches Gut anzueignen versucht. Etwas anders liegt der Fall für die Töchter des Orion. Bekanntlich ist Orion ursprünglich in der spater nahezu verschollenen Stadt Hvria heimisch. Die Töchter, die er mit seiner Gemahlin Side, der Eponyme einer uralten boiotischen Stadt, gezeugt hatte, sind also eigentlich weder Orchomenierinnen noch Thebanerinnen; sie sind aber abwechselnd zu beiden gemacht worden. Die

') Hes s. v. ayptKna-, IG, VII, 2447.

2) Hellanikos ini Schol. Ap. Rhod. III, 265.

3) VTal. Flacc. Arg. III, 67:

qualisve redit venatibus actis lustra pater Triviamque canens umeroque Learchum advehit, at miserae declinant lumina Thebae.

Schol, II. AD VII, 86: 'A%v.y.y.i ó Wj'/.gv W£V 7raïi, ;3afft>.ey? 0£ ... Schol.

Lyk. 22.

*) K. O. Müller. Orchomenos, S. 215.

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