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F rage wichtig. Es muss erwogen werden, ob er vielleicht den ganzen Abschnitt der thebanischen Sagen ein und derselben Quelle entnommen hat, wie wir ja bestimmt wissen, dass er sich nicht scheute, grosse zusammenhangende Stücke aus Nikanders Heteroiumena heriiberzunehmen ]). Zu entscheiden vermag ich die Frage nicht.

In die Erzahlung der Sage der Minyaden sind eine Anzahl asiatischer Metamorphosen kiinstlich eingeschoben, welche der Dichter die Madchen einander bei der Arbeit erzahlen lasst.

Zu der Sage von Pyramos und Thisbe IV, 55—166 ist folgendes zu bemerken. Pyramos ist bekanntlich der Name eines grossen Flusses in Kilikien, der sich unweit der Stadt Mallos in das Meer ergoss. Nonnos erblickt in eben diesern Fluss den Liebhaber der Thisbe (VI, 347, 351—355); an anderer Stelle zeigt es sich, dass ihm eine Form der Sage bekannt war, nach der die Liebenden beide in Gewisser verwandelt wurden (XII, 84 f.). AH dem scheint man noch keine Beachtung geschenkt zu haben. Bei Ovid spielt die Geschichte in Babyion und das Liebespaar wird überhaupt nicht verwandelt; die einzige Metamorphose, welche die Geschichte bei ihm enthalt, ist die der Maulbeeren, die von weiss dunkelfarbig werden. Dieses kann aber nicht die ursprüngliche Fassung sein, denn da der Name Hhfy, wie bekannt, auch in Boiotien vorkommt, so kann er in Babylonien nicht zu Hause gewesen sein. Ovid erzahlt hier also eine ursprünglich griechisch-kilikische Sage, deren Schauplatz ein hellenistischer Dichter nach Babyion verlegt hatte. Seine Vorlage muss ein im Seleukidenreich entstandenes hellenistisches Gedicht gewesen sein. Da Kilikien 294 von Seleukos erobert, Mallos spatestens 246 von Ptolemaios Evergetes dauernd besetzt und erst 197 von Antiochos wiedergewonnen ist, so wird die Entstehung der bei Ovid erhaltenen Fassung der Sage entweder in der ersten Halfte des Uiten oder im Ilten Jahrhundert anzusetzen sein. Euphorion erscheint also als ihr Urheber ausgeschlossen

l) Wie bemerkt, können die thebanischen Sagen den Inhalt der Eufumia des Nikander gebildet haben.

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