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dasz zu jenen Zeiten, ein Viehschlag des Brachycerostypus, das altgermanische Kurzhornrind, über ganz Mittel- und Nord-Europa verbrei tet war.

Diesen ursprünglichen, europaischen Landschlag finden wir heute noch unter anurem in Sibirien, auf einigen skandinavischen Insein und auf Island. Nach Dettweiler(') kommt dasselbe Kurzhornrind auch in der Lausitz vor. Aus dem hieroben Mitgeteilten zeigt sich, dasz die Germanen bei ihrer Nieaerlassung in unsrem Lande sehr wahrscheinlich ein Brachycerosrind mitgebracht haben. Können wir nun auch noch die Anwesenheit dieser Rinderrasse in den altesten Zeiten, in denen unser Land bewohnt war, nachweisen, so ist diese Wahrscheinlichkeit Qewiszheit geworden und ist zugleich für die Niederlande die Richtigkeit von Duerst's Theorie bewiesen, dasz das Niederungsrind vom Bos taurus brachyceros abstammt. Wie wir im ersten Abschnitt dieses Kapitels gesehen haben, warfen die altesten Bewohner unsres Landes überall »Terpen« auf, um sich bei Überschwemmungen dahin flüchten zu können. Diese Terpen, die zum Teil von den Kelten, zum Teil von den Germanen aufgeworfen wurden, treffen wir besonders in Friesland noch in groszer Zahl an. Sie enthalten viel fruchtbare Erde, welche ausgezeichnet zur Verbesserung der schlechteren Böden geeignet ist und dazu werden sie denn auch namentlich in den letzten Jahren sehr viel abgegraben, wobei nebst allerlei Gefaszen, Schmucksachen und Waffen auch viel Knochen und Schadel von Menschen und Tieren zum Vorschein kommen, und unter den Überresten der Tiere nehmen die des Rindes eine erste Stelle ein. Wenn wir diese Schadel, von denen ich einige, die im friesischen Museum zu Leeuwarden vorkonnnen' hier wiedergebe, naher betrachten, fallt es sogleich ins Auge, dasz wir hier mit Brachycerosschadeln zu tun haben. Die für

1) Dettweiler. Deutsche Landwirtschaftliche Presse. Jahrgar.g XXXII.

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