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16es PENSUM.

I. DER STENGEL. 4.

Nachdem wir die Hauptpunkte des Dickenwachstums untersucht haben, kehren wir noch einmal zu demselben Objekt zurlick, um noch einige Einzelheiten zu sehen. An dem Ouerschnitt eines Stengels, an welchem erst kiirzlich Kork aufgetreten war, sehen wir, dass die Fellogenschichten mit Rücksicht auf den kreisförmigen Umfang einigermassen wie Sehnen gelagert sind. Bei einem mehrjahrigen Stengel lauft jedoch das Korkcambium ringsum den Stengel '). An diesem altern Stengel sehen wir an der Aussenseite überdies Risse in der Korkmasse. Da ausgewachsener Kork gewöhnlich aus totem Gewebe besteht, so kann dieser durch tangentiales Wachstum nicht der Verdickung des Stengels folgen, sondern muss einreissen. Die Fellogenschicht ist jedoch der Entwicklung, auch nach dieser Richtung hin, fahig und sorgt dafiïr, dass an der Innenseite des Periderms stets dicht zusammenschliessende Korkzellen den Stengel immer umhüllen.

Die Folgen der tangentialen Dehnung zeigen sich auch in der ursprünglichen (primaren) Rinde, d. h. also die Rinde abgesehen von allen Schichten, welche durch cambiale Tatigkeit vielleicht hinzu gekommen sind, wie das Felloderm. Das collenchymatische Parenchym, welches früher eine fast geschlossene Schicht unter der Oberhaut bildete, ist jetzt durch grosse ziemlich reine parenchymatische Zeilen in Stücke zerteilt. Dass die Rindenzellen nicht nur tangential gewachsen

1) Die Schichten welche von dem Korkgewebe von der inneren Gewebemasse abgeschnitten weiden nennt man Borke, und man redet dann, entsprechend deiArt der Entstehungsweise von Ringelborke und von Schuppenborke.

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