Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Johannes de Capella9) (bei Jordanus Conpello), beanspruchen eine ge= wisse Selbstandigkeit, handeln eigenmachtig; bei letzterem zeigt sich besonders die Absicht, eine ncue Genossenschaft — die der Aussatzigen

9) Voigt will (pg. 59) diesen Johannes mit dein bei Wadding (tom. I. pg. 339) angeführten Johannes von Stiachia identificiren, dessen Störungen auch im Speculum vitae Set. Francisci etc. fol. 126 ausführlicher zu lesen sind. Ich kann mich nicht der Verschmelzung dieser beiden Johannes anschliessen. Ihre Vergehen und Schicksale werden doch ganz verschiedenartig dargestellt. Johannes de Capella ist der Stifter der kurzlebigen Leproscngenossenschaft und stirbt nach spaterer Tradition einen Judastod. Seine Siinden flndet man bei Wadding torn. I. pg. 57 aufgezahlt. Nach dem Liber conformitatura des Bartolomeus Pisanus (Mailander Ausgabe von 15131 lib. I. fruct. 8. fol. 44 tritt an die Stelle des erhangten Joh. de Capella Wilhelm von England, welcher nach seinem Tode durch seine Wunderkraft fast den Kuf der Heiligkeit des seraphischen Yaters zu verdunkeln scbicn, so dass ihm Elias, damals General, seine für den^Ordens stifter gefiihrlichen Manifestationen untersagen musste! — Johannes de Stiachia, bei Wadding tom. I. pg. 339 auch Petrus Joannes de Stiachia genannt, erscheint dagegen wiederholt als Verwalter der Bologncsischen Provinz; seine Aufsassigkeit aussert sich in ganz andercr Weise. Er baut den Brüdern eine prachtige Kirche und eröfi'net eine Schule. Franziskus ist aufgebracht über den Aufwand des Gebaudes und das Bcstrebeu, die Gelehrsamkeit mehr als die Frömmigkeit fordern zu wollen; er inhibirt den Bau und schliesst die Schule. Johannes nchtet sie aber sofort nach des Franziskus Abreise wieder in früherer Weise ein. Wegen dieser Renitenz ladet er den Fluch seines Oberen auf sich und wird spater (Wadding tom. I. pg. 345) seines Amtes entsetzt, welches ein gewisser Gratianus erhiilt. Trotz der Bitten der Brüder ist Franziskus nicht zu bewegen, seinen Fluch zurückzunehmen und dem Johannes den nachgesuchten Scgen zu geben. Wadding sagt dabei: „Deinde terribilia secuta sunt spectacula, quae hominem vere condemnatum circumstantibus comprobarunt"; diese Aeusserung ist aber immerhin noch nicht auf ein gleiches Ende dieses Johannes mit dem des Joh. de Capella zu deuten. Das Specul. vitae berichtet von einem plötzlichen Feuerund Schwefelregen, der vom Ilimmel herabkam und dem ans Krankenlager Gefesselten einen schrecklicben Untergang bereitete; seine scheidende Seele empfing der Teufcl, „vor welchem Schicksal uns der Herr gnadiglichst bewahren moge. Amen." Wahrscheinlich, dass Wadding diese Erzablung auch im Sinne hatte; aber sonst sind die „terribilia spectacula" ein so uubestimmter Ausdruck, dass sie auch andere Deutung wol gestalten. Ich möchte glauben, dass Johannes jetzt nach seiner Ausstossung als Concurrent des Franziskus auftrat und die „congregatio heremitarum" gründete, von der Salimbene chron. pg. 110 spricht als der Schöpfung eines Johannes Bonus, der wol eher, wie es auch Voigt thut, mit Johannes de Stiachia zu identiiiciren ware; die neue Gründung von Einem aus ihror Mitte konute wol den eifrigen und eit'crsüchtigen Minoriten auch als ein spcctaculum gelten. Er mag sich, in Bologna uumöglich geworden, nach Mantua, eiuem für ihn fruchtbareren Gebiete, begeben haben und dort zu Salimbenes Zeit, der 1238 die Franziskanerkutte nahm, gestorben sein. — Aus dem hier aus

Sluiten