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ging61) als 'specialis amicus utriusque et ita conveniens mediator', erziililt er selbst (pg. 11 ff. der Chronik in der Parmenser Ausgabe von 1857) mit aller Ausführlickkeit. Wir ersehen daraus, wie tactvoll Elias sich dabei benahm, indem er dem Novizen, der gegen den Willen seines Yaters und endlich mit dessen Fluche beladen dio Bettclkutte verlangte, vollstandig freie Wahl liess, durchaus keinen Druck auf ihn ausübte und ihm schliesslich mit Gruss und Gunst selbst den Aufenthaltsort freistellte. Der junge Bruder lebte nun die folgenden acht Jahre in Tuscien und war theilweise — wie er wiederholt hervorzuheben nicht unterlasst — Augenzeuge der weiteren Vorgange, die ihm aber doch wol durch den Einfluss seiner Umgcbung in allzu grellem Lichte erschienen, so dass seine Unbefangenheit darunter litt. Unterstützt wird diese Annahme durch die Stelle in seinem Chronicon, wo er tiber sein Verhiiltniss zu Bernardus de Quintavalle, einem der Hauptfeinde des Elias, sich also ausspricht: „Vidi et etiam primum, scilicet fratrem Bernardum de Quintavalle, cum quo in conventu Senensi una bienne habitavi et fuit intimus meus amicus et mihi et aliis iuvenibus de beato Francisco multa magnalia referebat et multa bona ab eo audivi et didici." Dabei wurde gewiss auch des Elias, aber nicht in liebevollster Weise gedacht, Dazu kommt, dass Salimbene seine Anklageschrift erst 1283 (wie er selbst pg. 405 sagt) schrieb, zu einer Zeit also, wo das Gedaclitniss für des Elias guto Seiten durch die nach seinem Tode noch stets wachsende iible Nachrede fast ganz geschwunden war, wo er nur noch für das Prototyp eines harten Tyrannen und für den abscheuliclien Verrather an der heiligen Sache des Ordens von den Eiferern angesehen wurde. Die einzige Anerkennung, welche ihm hiér gespendet wird, ist in dem Satzc enthalten: „hoe solum habuit bonum frater Helyas, quia ordinem fratrum Minorum ad studium theologiae promovit;" des sterbenden Elias Keue und Aussöhnung mit der Kirche und dem Orden wird aber ganz verschwiegen.

Um einen Ueberblick über das zu geben, was dem Elias in der Schrift Salimbenes (bekannt unter dem besonderen, bisher gangbaren Titel „Liber de Praelato") Alles vorgeworfen wird, liebe ich die Ilauptmomente seiner Anklagen in gedriingter Skizze heraus.

61) Schirrmaeher, Kaiser Friederich dor Zweite. Güttingen 1805. Bd. 4 pg. 413 bemerkt: „das ware im Mai oder Ende des Jahres gewesen, da sich Friodrich zu Cremona aufhielt.'" Dagegen spricht jedoch Saliml/enes Angalie, (pg. 401) der als Tag seiner Recipirung den 4. Fehruar, ein für ihn gewiss unvergessliehes Datum, ausdrücklich bezeichnet.

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