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Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen

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wenn ein neuer Anfall von Schmerzen im Rücken, am Fuss, in einer Narbe stattfindet, wenn Kinder und Vieh umher hüpfen (oder die Strausse walzen), wenn die Frösche sich auf der „werf" umhertreiben; wenn die Regentropfen viele Blasen auf dem Wasser bilden, dann wird es noch lange regnen; wenn dagegen die Fische im Wasser aufspringen, folgt am nachsten Tage gutes Wetter. „Avend rood, Morge water in die sloot" heisst es auch bei Harrebomée (Ned. Sprw. I 22; III 111), derselbe H. meldet aber auch umgekehrt: Des avonds rood, des morgens goed weêr aan boord, und (LI, 104): Het morgenrood Brengt water in de sloot (ebenso D. und D. B.). — Die Wünschelrute („waterwijsstokkie") ist von jeher einheimisch; ihre noch nicht ganz aufgeklarten elektrischen Krafte werden oft mit gutem Erfolg verwendet ')• — Das folgende ist scheinbar neu hinzugekommen: — Der Traum wird in umgekehrtem Sinne gedeutet: traumt man von anhaltender Dürre, so erwartet man schweren Regen, traumt man von vielem Wasser, so folgt Dürre, vom gutem Essen, so wird man Hunger leiden; den Himmel soll man nicht reizen: trifft man wahrend der Dürre Vorbereitung für kommenden Regen, dann verscheucht man diesen. Daneben gibt es auch wirklich zutreffende Wetterbeobachtungen: lm Onderveld bringt der Westwind ganz bestimmt trockenes Wetter (eine physische Tatsache); das „aufstossen" von Feucht deutet auf Regen; die Tageszeit lernte man nach dem Schatten von Haus oder Berg erkennen.

Natursymbolik, die Sympathie zwischen Mensen und Natur bekundet sich u. a. iü dem Glauben, dass, wenn man Apfelsinen oder Mandarinenschalen ins Feuer wirft, die betreffenden Baume alle dahinsiechen sellen, und das man nur mit gesünder Hand Baume pflanzen und sahen soll; das Getreide gedeiht sonst nicht und die Baume gehen ein. Auch den Handlungen der Tiere werden Deutungen beigelegt: Wenn sich die Katze wascht, wird es Besuch geben, und zwar, leekt sie das Gesicht, yon Madchen, leekt sie den Schwanz, von jungen Mannern. — Man meint, dass ein Bienenschwarm sich niederlassen werde, wenn auf einem metallenen Gegenstande Larm gemacht wird. — Schlange und Schildkröte sterben nicht vor Sonnenuntergang, es sei denn, dass man sie vollstandig zermalmt. — Wie in Holland und Deutschland fleht das Kind die Maus mit den scharfen Zahnen um einen neuen Zahn an: Muis, muis, gê mij 'n steen tand, dan krij jij 'n been tand (oder: ver mij speentand); dabei wirft es den alten Zahn auf das Dach oder steekt ihn ins Mauseloch. Zuweilen wird er auch ohne Formel unter das Kopfkissen gelegt.

§ 4. Festlichkeiten.

Trotz der treuen Anhangüchkeit an der Kirche ist Zwiespalt zwischen dieser und der Gemeinde nicht unbekannt. Ein interessantes Beispiel ist in dieser Hinsicht das Verhaltnis zum Tanz. Die Lage hat viel Ahnlichkeit mit der Hollands im 17. Jh. *): auf der einen Seite das tanzlustige Volk, auf der andern die scharf verurteilende Kirche, die in gewissen Kreisen und Gegenden wieder starken Anklang findet. So tanzen die Mitgheder der streng reformierten Richtung nicht, im Norden von Transvaal wird wenig getanzt, in andern Gegenden sind selbst die Reigen unbekannt. Lu der Westprovinz des Kaplandes ist der Tanz grösstenteils verpönt, dagegen sind die „Zwartlanders" (Malmesbury) dem Tanzen von

1) Vgl. Bericht des P. Schowalter in „Der Deutsche", 20 Juli 1907.

2) Sehe Ter Gouw, De Volksvermaken, Haarlem 1871, S. 344, and Sch., S. 97—99, 301—2.