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Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen

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Sports, auf Fussball, Cricket, Korbball u. s. w., die Wettkampfe und weite Reisen, unstetes Leben, Geld- und Zeitvergeudung nach sich ziehen. Und schliesslich sehen sich doch Kirche und Unterrichtsweseh genötigt, auch gegen diese Manie und ihre Auswüchse Stellung zu nehmen. Es liegt hier eine wichtige Aufgabe der Zukunft vor: die richtige Anpassung an die neuen Verhaltnisse zu treffen, und in den Dörfern geeignete Unterhaltungsstatte fÏÏr junge Manner und gelegenthche Besucher zu gründen. Aus Langeweile und aus Mangel an Fanrüienanschluss gerat man in vielerlei Versuchung oder fallt der lasterhaften englischen „bar" anheim; denn Cafés und sonstige soziale Mittelpunkte fehlen fast vollstandig; atatt freundlicher Gasthauser (s. Ma. i. v. Herberg) gibt es nur ungemütliche Hotels mit ihren unentbehrüchen Bars. Früher, als der Verkehr noch nicht so gross war, empfand man diese Mangel weniger: Untérkunft war leicht bei Freunden oder Verwandten zu bekommen, oder man wohnte im eigenen „Sondagshuis"«, Wagen oder Zeit; jetzt tut eine Besserung sehr not, da man den bescheideneren Ansprüchen und dem stillen Vergnügen des kleinen Dorfes entwachsen ist').

Andre Belustigungen europaischer Art waren immer seiten, wie alle Reisebeschreibungen dartun; das braucht bei der Sparlichkeit der Bevölkerung nicht Wunder zu nehmen. Zu Kapstadt waren vor hundert Jahren Familienkranzchen mit Karten und Tanzen, Besuche und gemeinsame Spaziergange im Mondschein auf der Strasse die.Hauptvergnügen; auf den einsamen Farmen im Innern war man erst recht auf sich selbst angewiesen 2), und da entschadigte man sich durch neue Arten der Zerstreuung (Kap. Hl). Die grossen Kirchenfeste werden nur kirchüch gefeiert; eine einzige Ausnahme bildet das spater zu erwahnende Nachtmaal, das eine eigentümliche Entwickelung durchmacbte. Verpönt sind das Rennen (keine andere Bezeichnung als das engl. „riesies" [races] ist bekannt), Lotterien und Wetten — man wettet höchstens um einen Hut. Das Kegeln ist unbekannt, die Messen, die von Van Riebeek zu Kapstadt, von Van deb Stel zu Stellenbosch (1686—1706) gegründet waren, gingen bald ein, das Wort „kermis" lebt nur noch in „kermisbed" und einigen Redensarten (vgl. Ma.). Taufe und Konflrmation werden auf einfache Weise, die Hochzeit dagegen wird mit einem glanzenden Festmahl gefeiert. Zu einem grossartigen Familienfest gestaltet sich. aber vomehmlich der Geburtstag des Hausyaters. Zu diesem strömen die zahlreichen Kinder und Enkel aus allen Gegenden des Landes zusammen, und der grosse Tisch stöhnt unter der gëwaltigen Last der festlichen Gerichte: „Speenvark" (im ganzen gebraten, mit Kartoffel im Munde), Geflügel, „Geelrijs" (Reis mit einem gelben ostindischen Puder — borrie, Curcüma — und Zucker zubereitet), Pudding, Blancmanger, Fladen, Torten, Konfijt (in Zucker eingekochte Früchte) und Obst; als Getranke, für die Erwachsenen Wein, für alle Bratiselimonaden und Ingwerbier. — Der erste April wird mit den üblichen Narrenscherzen bedacht. — Das grösste- aller afr. Tagesfeste ist aber das Neujahr3): dann wird wild getanzt, gesungen und geschmaust, Spiele finden statt und die Nachbarn werden zu Pferde besucht. Ein Hauptvergnügen besteht (oder bestand) darin, zu Mitternacht das alte Jahr nach altholl. Sitte4) „auszuschiessen". — Erntefeste sind von den Weissen nicht beibehalten, —

1) Das Dorfleben um 1850 beschreibt T. V 251 fgg.; um 1880 (was hier gesagt wird, gilt noch heute von den kleinen landlichen Orten), Burgers, a. W., 29 fgg.

2) Ober Kapstadt: Ba. 48, Bo. 195, Semple 35; Lady Barnard : all the Dutch ladies' of Capetown love dancing; über das Land: Ba. 81 („no amusement of any sort"), L. II 130, dennoch: „as far as real happiness was concerned, these S. A. colonists certainly had their full share" (T. III 337).

3) Beschreibungen: L. I 347; Br. 38 fgg. (Natal); J. H. en D. Jünius, Zonnig Afrika, 135 fgg. (Kapland).

4) Vgl. M. 254; Ter Gouw 117.