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Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen

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KAP. VI. DIE NICHT-HOLLANDISCHEN EUROPAER.

§ 1. Die Deutschen.

Dass wir in dem kap-holl. Volkstum nur wenig Spuren deutscher Einwirkung erwarten dürfen, ist in der Einleitung bemerkt worden. Den grössten Einfluss hatten noch zerstreute Individuen, wie Schulmeister und Missionare, aber auch dieser war nur gering. Denn der dürftige Unterricht entlassener Soldaten beschrankte sich auf das Notwendigste, und die Missionare arbeiteten unter den Eingeborenen. Sie waren meist praktisch gesinnte Manner mit nüchternem Verstandnis für die richtigen Verhaltnisse und gewannen deshalb auch oft die herzliche Unterstützung der afr. Bevölkerung, die von den philanthropischen Missionaren mehrerer englischer Vereine aufs rücksichtsloseste verschrien wurden ')■

Über die wenigen deutschen Lehnwörter, die nicht zugleich in Holland gelaufig sind, hat Hesseling Auskunft gegeben2). Es sind nicht viel mehr als ein Dutzend, deren deutscher Ursprung unleugbar feststeht. Bezeichnend sind in dieser kleinen Anzahl die soldatischen Kraftwörter, „uitdrukkingen die duidelik genoeg aantonen van welken aard die Duitse kolonisten waren"2): aapskilloeder (Schindluder), bij mij seks (oder siks), swerno(o)t, te(r) duiwel, verflakst, wovon jetzt die ersten zwei wenig gebrauchlich sind. Auch einigé scheinbare Germanismen hat H. festgestellt; die Gefahr liegt aber sehr nahe, dass man "Wörter und Ausdrüeke aus den ndl. Mundarten oder.früheren Zeiten für deutsch zahlt. Wörter z.B. wie „Perl anstatt Paarl, perd anst. paard u. a. m." sind entschieden nicht „deutsche Umbildung" 3): „skuld" hat Du Toit (S. 81) erklart aus der kreolischen Verbalisierung des Nomens, „geval" als Verbum kommt im 17. Jh. viel vor, wo das heutige Ndl. „bevallen" hat, drijven = doen war Mnl.

Auf indirektem Wege haben jedoch die deutschen Kolonisten wesentlich zur Bereicherung der Volksdichtung beigetragen. Wie in seinem Vaterland, hat auch in Südafrika der Schwabe, der es durch seine Vergangenheit doch am allerwenigsten verdient, den Ruf eines Schafkopfs bekommen, und auf sein unschuldiges Haupt hat sich eine Fülle lustiger Geschichtchen gehauft. Wer eine Dummkeit begeht, heisst ein Swaap 4), und alle möglichen albernen Handlungen werdén den „Swapen" zugeschrieben. Die Schwanke, die den Schwaben

1) Vgl. T. IV HO, 171, 203, V 213, VI 346, VII 194 u.s.w.

2) Het Afr. 33, 82—85, 109—110.

3) Ich brauchte solche selbstverstandliche Sachen nicht einmal zu erwahnen, waren diese und dergleichen Proben in einem angeblich wissenschaftlichen Aufsatz nicht angeführt worden. Die betr. Arbeit, die yoll Gift und Galle ist und eine gèradezu erschreckende Unkenntnis der Geschichte und Philologie verrat, ist erschienen in den „Mitteilungen des Seminars für orientalische Pprachen an der Kgl. Univ. zu Berlin", Jahrg. V B (1902), 3. Abt., SS. 284-291, und führt den Titel: Die Afrikaner und deren „Taal". Eine Charakterstudie von P. H. Brincker, Litl. Dr. [h. cl

4) Diese Auffassung ist alt und in Deutschland selbst schon im 16. Jh. belegt.