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Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen

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zugeschrieben werden, sind zum grössten Teil Schildbürgergeschichten '). In Holland knüpfen sich dieselben Erzahlungen an die Bewohner der Stadt Kampen. Von jeher waren viele dieser Abderitengeschichten den Niederlandern und andem Völkern gemeinsam, so dass man für Südafrika nicht immer eine Entlehnung aus Deutschland anzunehmen braucht. Zu diesem alten, aus der Heimat mitgenommenen Grundstock gehören z. B. mehrere Ereignisse, die sich bei dem Bau des Rathauses (afr. „kerk" oder „huis") abgespielt haben sollen, wie das Herabwalzen des Holzes vom Berg (Schildbürger, Historie 8) und der allbekannte Versuch, das Licht in Sacken ins Haus zu tragen (Historie 10) ; ferner, wie man die Tiefe des Brunnens messen wollte (Vorrede); wie einer, um das Vieh zu vertreiben, auf einer Hürde (afr. Var.: tafel) auf den Acker getragen wurde, damit er das Getreide (Schildb.: Salzkraut) nicht verdürbe (Historie 15); wie man die Kuh aufs Dach (Schildb.: Stadtmauer) zog, damit sie das Gras abweide (Historie 32). Abanderungen haben erfahren: Historie 38 („Wie ein Schildbürger seines Pferdés schonet"): man versuchte einen schwer beladenen Wagen dadurch zu efleichtern, dass man selbst einstieg und die Balken auf die Schultern nahm; die Geschichte von dem Ausgraben der „entfallenen Rede" (Vorrede): in S. A. heisst es, mit einem mehrfach variierten Wortspiel auf „deur" (Thür und durch), die Swapen sollten eine Thür zum Hause holen, vergassen aber unterwegs das Wort und gruben danach auf der Stelle, wo sie es verloren natten, — da wurde zum grossen Unglück der Fuss eines von ihnen durchstochen, und man schrie „Di's deur!" So war das Wort wiedergefunden. In Holland wird noch erzahlt, wie die Kirchbauer in Kampen (und in Edam) von einem Vöglein lernten die Banke (oder wie in Afr. die Balken) der Lange nach in die Kirche (afr. Haus) zu schaffen.

Über dieser alten Schicht hat sich eine neue gelagert, die teilweise schon in Europa, teilweise aber, wie aus dem Inhalt erhellt, in S. A. entstanden ist. Die Hottentotten, jene unvergleichlichen Erzahler, haben sich auch dieses dankbaren Stoffes bemachtigt und ihn weiter gebildet. Das glaube ich aus dem grausamen Zug in den folgenden „Swaapstories" schliessen zu können, die öfters von Hottentotten erzahlt werden. —Als man das Haus mit einem Schilfdach gedeckt hatte, hörte man drinnen grossen Larm: man hatte den „binnenaaier" vergessen, und um ihn zu befreien, blieb nichts übrig als das Haus niederzubrennen. Wie zu erwarten, war der Armste furchtbar vom Feuer zugerichtet. Der Anblick machte die anderen wütend, weil der Mann, wie sie meinten, lachte, wahrend sie das Haus wiederaufbauen mussten. — Nach einer andern Lesart wurde das Dach aus Steinen zusammengesetzt (eine Erinnerung an das europaische Rathaus). Dabei geschah es, dass der Maurer sich plötzlich festgemauert sah, denn er hatte die Steine alle um sich herumgesetzt und konnte seinen Kopf weder nach oben noch nach unten bewegen. Guter Rat war teuer; das Dach wieder abbrechen ging nicht, und so wurde beschlossen, dem Maurer den Kopf abzuschneiden, wodurch man noch eiri paar Steine ersparte. „So geseg, so gedaan". — Ein anderes Mal wurden die Swapen gemietet, um Getreide zu schneiden. Zur Mittagspause ahmten sie den andern Arbeitern nach, dass sie sich die Sicheln um den Hals hingen. Nun hatten sie aber nicht beobachtet, wie jene ihre Sicheln herabnahmen, und so verletzten sie sich bei dem Versuch schwer. Das machte sie misstrauisch gegen die heillosen Dinger, sie warfen die Sicheln zu Boden, und als die Spitzen in die Erde drangen, liefen sie eiligst davon und wollten nichts. mehr von dem „kwaaie goed" wissen, .das selbst die tote Erde biss.

2) "Vgl. „Die Schildbürger"; altester erhaltener Druck 1598; herausgegeben u. a. in Kürschners,, Deutscher Nationalliteratur", Band 25, und in Bobertags „Volksbücher des 16. Jh."