Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

herausgerückt ist ! — hat auf dem III. internationalen Antialkoholkongress hauptsachlich folgendes berichtet: Seitdem das Branntweinbrennen in Norwegen in 1816 frei erklart wurde, nahm. namentlieh von 1825 bis etwa 1835 die Trunksucht ungeheuer zu. Gleichzeitig nahm die Anzahl der Idioten mit 150 % zu. Die Periode ist so kurz, dass der rasche Zuwachs nicht wohl z.B. als von dem Umstande abhangig erklart werden kann, dass man vielleicht in 1835 die Statistik über die Blödsinnigen des Landes mit grösserer Sorgfalt als früher geführt hatte. Als nachher der Branntweinkonsum abnahm, zeigte die Volkszahlung von 1865, deren Ergebnis Dahl einer eingehenden Revision unterworfen hatte, gleichwie er es mit demjenigen der Volkszahlung von 1855 getan, dass die Anzahl der Blödsinnigen um mehr als 16 % herabgegangen, wahrend der Zuwachs der Bevölkerung um über 14% gestiegen war.

Wie wir schon von Dr. Scharffenberg horten, sind diese Angaben \on Dr. Dahl als „falsch" anzusehen. Sie haben aber jedenfalls so viel Aufmerksamkeit erweckt, dass ich die Frage an Dr. Vogt stellen wollte, auf welche Weise diese zwar alten Angaben nachgeprüft und ganz ohne Wert gefunden worden sind. Die Paar Minuten, die die Antwort auf die Frage in Anspruch nehmen wird, ware vielleicht nicht so schlecht gebrauchte Zeit.

Dr. R. \ ogt (Gaustad): Ich muss wieder hervorheben, dass ich nicht die alkoholische Degeneration (und Keimschadigung) bestritten habe, sondem nur den erblichen Charakterdieser Degeneration.

Die altere Statistik Norwegens über das Vorkommen von Geisteskrankhëit und Schwachsinn ist nicht für unsere Zweckezu verwerten. Die Schlüsse, die Medizinaldirektor Dahl aus dieser Statistik gezogen hat, kann ich deswegen nicht beipflichten.

Eme Zunahme der Geisteskrankheiten hat auf der anderen Seite bei uns wahrscheinlich nicht stattgefunden. Eine brauchbare internationale Irren-Statistik existirt leider nicht. Einige von den Schlussfolgerungen Bunge's sind in den Tatsachen nicht genügend begründet, auch stimmen sie nicht recht mit den allgemeinen Ergebnissen der neueren Erblichkeits-Forschung. Das Stillungs-Vermogen wird — aller Analogie nach — auch durch gesunde Vater zu einem gewissen Umfange auf die Töchter über-

Sluiten