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Trinkerfürsorge beheben, von denen hier die Rede war. Dr. Stein sprach von der sexuellen Frage, welche die Trinkerrettung stort. Sie ware mit meinem Vorschlag gelost. Man hat von der Sorge für die zurückgebliebene Familie der in die Anstalt verbrachten Trinker gesprochen. Diese Sorge ware genommen.

Nun aber noch etwas allgemeines, das ich für sehr wichtig halte. Ich warne hiermit ausdrücklich vor eine Ueberschatzung der Trinkerfürsorge. Nach den Stimmen, welche bisher aus Deutschland hier herübergeklungen sind, könnte es erscheinen alsob diese Frage für uns überragende Bedeutung habe.

Demgegenüber stelle ich fest, dass die neu-deutsche Abstinenzbewegung hiervon eine andere Vorstellung hat. Es sind heute die Wörter Abstinenzvereine, Trinkerrettungsvereine so gebraucht worden, als ob sie einen und denselben Begriff vorstellen. Das ist nicht mehr richtig. Unsere deutschen Abstinenzvereine wissen heute wohl bald alle, dass sie einer Kulturbewegung dienen, welche man nicht aus halben Hirnen aufbauen kann.

Dr. Burckhardt, (Berlin): Es ist schwer, in der allzuknapp bemessenen Redezeit von 3 Minuten sich zu einem Thema zu aussern, dessen Bearbeitung zum eigentlichen Lebensberuf eines Mannes gehort. Darum nur ein paar Andeutungen!

Wenn Prof. Dr. Leimbach (den behördlichen Fürsorgestellen das Wort spricht, so kann er sich allerdings auf eine besonders gut funktionierende Stelle, die Heidelberger, berufen. Ueberall sonst haben wir die Erfahrung gemacht, dass da, wo die alkoholgegnerischen Vereine mit ihren Erziehungsfaktoren im Vordergrund standen und die Stadtverwaltungen wohl ihren Rat und ihre Hilfe liehen, aber der Arbeit nicht ihre Geprage aufdrückten, die besten Heilerfolge erzielt wurden.

Der vom selben Redner aufgeworfene Gedanke der Kolonisierung von Trinkerfamilien hat auf den ersten Bliek manches für sich, bedarf aber noch der ernstesten Erwagung. Unsere Losung ist doch nicht eine Abschliessung der Gefahrdeten von der menschlichen Gesellschaft, sondern ein Getragen werden durch sie; freilich muss diese Gesellschaft sich als tragfahig erweisen.

Ein Arzt wird dann ein guter Trinkerfürsorgeleiter sein, wenn er all die vielen Laufereien, Schreibereien, all die grosse Arbeit, welche die Behandlung von Trinkern und Trinkerfamilien erfordert, auf sich nehmen kann und will; denn in unserer Sache

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