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erwünscht ware, recht viele Aerzte, die ihren Patienten Alkohol erlauben oder geradezu empfehlen und nicht daran denken, wie gerne die geringste Andeutung einer Erlaubnis, Alkohol als Medizin zu geniessen, von den Menschen aufgenommen wird. Es gibt nur wenige, allerdings gerade besonders tüchtige Aerzte, die selbst das Beispiel der Alkoholabstinenz geben.

Der Kern der Sache ist für die Aerzte: die Menschheit steht in den Tropen manchen neuen Verhaltnissen und Krankheiten gegenüber, deren Erkennung, Verlauf, Heilung und Erforschung einfacher ist, wenn die Schaden gewisser Lebensgewohnheiten wegfallen. Wir Laien wissen ja ganz genau, dass die Erforschung der Tropenkrankheiten mit Hilfe des Mikroskops und komplizierter Züchtungsmethoden recht erfreulich vorwarts geschriften ist, und Dank dem anerkannten Fleiss der Aerzte aller Nationen grosse Resultate gebracht hat. Wir sehen aber auch, dass das viel grosszügere Vorbeugende, was in einer lebensreformatorischen Prophylaxe liegt, als deren vornehmste uns die Alkoholabstinenz erscheint, von den meisten Aerzten nicht beachtet wird. Ich zweifle nicht daran, dass es gerade die rein wissenschaftlich forschenden Herren reizen muss, wenn sie erfahren, dass durch die Beseitigung der schadlichen Lebensweise, die Bilder der einzelnen Krankheiten sehr viel deutlicher werden. Leider wird auch nicht scharf unterschieden zwischen Alkohol als Genussmittel und Alkohol als Medizin. Nerint man den Alkohol Medizin, dann ist dringend zu fordern, dass er nicht in irgend einer beliebigen Form in alkoholischen Getranken gegeben wird, sondern, wie jede andere Medizin, in genau bestimmten Mass und in nicht allzu schmackhafter Form.

Dass Namen bedeutender Aerzte auch zu Reklamezwecken für alkoholische Getranke benutzt werden, beweist diese Annonce hier:

S -Bier.

Alleinverkauf dieses bestbekömmlichsten, von

Dr. P. empfohlenen Bieres u. s. w. J)

') Nachdem ich diesen Vortrag im Haag gehalten hatte, hatte ich die Ehre, in einer Kommission gemeinsam mit dem bekannten Tropenhygieniker Professor Dr. Albert Plehn zu arbeiten. Ich benutzte die Gelegenheit seiner Bekanntschaft, ihn brieflich auf die Annonce aufmerksam zu machen, in der sein Name dazu benutzt wurde, ein Bier zu empfehlen, und es war für mich eine angenehme Ueberraschung, die Antwort des bedeutenden und erfahrenen Tropenarztes zu erhalten. Unser Briefwechsel lautete:

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