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Da bedarf es dann nur zu haufig eines recht starken Anstosses von aussen her, um die Organisation in einem solchen Stadtchen zum wachsen, blühen und gedeihen zu bringen.

Der naturgemasse Werdegang der Enthaltsamkeitsbewegung, die erste Einführung einer solchen Organisation ist — wohl mit wenigen Ausnahmen — ein von unten nach oben sich vollziehender, von kleinerem nach grösserem wachsender, vom einfachen Volke zur höheren Ivultur.

Im Guttemplerorden haben wir die Erfahrung machen können dass bei der Einführung des Ordens in einem neuen Wirkungskreise, die Logen stets die lebensfahigsten und werbekraftigsten sind, die von einfachen Arbeitern und Handwerkern in's Leben gerufen wurden.

Den Gebildeten, deren Mitarbeit ich wahrlich nicht gering einschatze, ist es dann vorbehalten, sich kraft ihrer Schul- und Herzensbildung der bestehenden Organisation anzupassen, in erzieherischer, vorsichtiger und taktvoller Weise die Mitglieder zu beeinflussen, höheres geistiges Leben und wertvolle Anregungen zu schaffen, und so als geistige Führer, die durchaus nicht immer in den Vordergrund der Bewegung zu treten brauchen, an Stelle der früheren öden Lebensgewohnheiten, etwas besseres, das Leben mit innerer Befriedigung ausfüllendes zu setzen.

Ein deutliches Beispiel bietet hier Wesselburen, wo durch die Guttemplerlogen in vorbildlicher Weise künstlerische Darbietungen von hoher Bedeutung, die Hebbel-Festspiele geboten werden, und wo durch zielbewusste Arbeit bereits bemerkbar erzieherisch auf weite Volkskreise eingewirkt worden ist.

Wenn man in solchen kleinen Stadten die Wahrnehmung macht, dass eine Abstinenz-Organisation nicht recht vorwarts kommt, so ist das nur ein Beweis dafür, dass die Schwierigkeiten hier ganz besonders grosse sind. Es dauert dann manches Mal wohl J ahrelang bis die Existenzberechtigung derselben sich durchgerungen hat, aber je harter der Boden, je schwieriger die Arbeit, je grösser und enger wird die freundschaftliche Waffenkameradschaft, je ehrenvoller der Sieg der Wahrheit.

So stark wie in der Stadt und den Stadtchen tritt der Alkoholismus auf dem Lande nicht auf. Aber dass er hier nichts destoweniger auch besteht, ist keine Frage. Die gesunde Luft und die kraftigende körperliche Arbeit im Freien, die meistens noch recht

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