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Sache stellen. Die Vielheit und Vielgestaltigkeit hat aber auch ihre bedenklichen Seiten: jede neue Gruppe, die sich organisiert, muss ihre Daseinsnotwendigkeit beweisen, muss also zu diesem Zwecke nachweisen, dass die schon bestehenden Organisationen irgendwelche Lücken in ihrer Tatigkeit oder Mangel in ihrer Organisation haben. Dies schafft gleich zu Beginn Verstimmungen hinüber und herüber. Sodann: je grösser die Zahl der Organisationen, um so grösser die Zersplitterung der Krafte, eine Zersplitterung, die wohl nicht immer aufgewogen wird durch die Stosskraft einer geschlossenen Gesinnungseinheit innerhalb der neuen Organisation, — eine Zersplitterung der Geld- und Personalkrafte. Ich weise nur auf eines hin: die Ueberfülle von Zeitschriften (in deutscher Sprache haben wir nach einer Aufstellung vom Oktober 1909: 67 alkoholgegnerische Zeitschriften, wozu noch 3 Zeitungskorrespondenzen kommen). Mit der Quantitat steigt nicht immer auch ihre Qualitat. Endlich: Mit Zunehmen der Zahl der Organisationen wird die Konkurrenz, die bei einer kleineren Zahl einen edlen Wettstreit im Einsatz aller Krafte auslösen kann, immer mehr dazu führen, dass in der Jagd nach Mitgliedern, in dem Suchen nach Geldquellen, in der Inangriffnahme neuer Arbeitsfelder hinüber und herüber in die Besitzstande der anderen eingegriffen wird und dadurch Reibeflachen entstehen, Zusammenstösse erfolgen können, — im Kleinen zum Schaden der Arbeit in der einzelnen Stadt, im Grossen zum Schaden der Wechselerziehungen der betreffenden Gesamtorganisationen.

Die Grosse der Aufgaben aber, die zu lösen, die Wucht der Widerstande, die zu überwinden sind, erfordern s t a r k e Organisationen, die in der Lage sind, in zureichendem Masse tüchtige Hilfskrafte heranzuziehen und dadurch Tüchtiges und Nachhaltiges zu leisten. Wir kommen darauf spater noch einmal zurück.

Was folgt daraus?

Wo Persönlichkeiten sind, die sich im Kampfe gegen den Alkoholismus betatigen wollen, aber an jeder der bestehenden Organisationen etwas auszusetzen haben, sollten sich dreimal die Frage vorlegen, ob sie nicht ihre Arbeitskraft in einen schon bestehenden Rahmen hineinstellen können und vielleicht gerade berufen waren, die beanstandeten Mangel durch positive Mitarbeit zu heben; sie sollten sich ferner dreimal die Erfahrungstatsache

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