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Die konfessionell-religiösen Erziehungsmotive haben sich bis heute noch mit als die wirksamsten erwiesen. Sie sind nach Zahl und Art bei den einzelnen Konfessionen verschieden. Auch im Kampf für die Nüchternheit werden sie ihre gewohnte Siegkraft beweisen; sie müssen nur entsprechend zur Anwendung gebracht werden.

Darf ich einige von diesen Motiven hier nennen? Welch ernstlichen Impuls zu ernster Willensbetatigung verleiht nicht allein schon die hehre, göttliche Gestalt Christi? Zunachst für den Trinker! Wird nicht dieses unvergleichliche Vorbild den Trinker antreiben, unter Anspannung seiner ganzen Willenskraft ihm nachzustreben? Wie machtig wirkt auf ihn das göttliche Wort. Es erschüttert ihn durch seine Drohungen und zieht ihn an durch frohe Verheissungen. In beiden Fallen handelt es sich um eine heilsame, starkende Beeinflussung seines Willens.

Die gleichen Impulse erhalt der Nichttrinker, mogen auch die Motive der Willensbetatigung verschieden sein. Er lernt an Christus, wie man dem Verirrten nachgehen soll und nimmt sich des Trinkers an. Er erkennt, dass es ein wertvoller Akt der Nachstenliebe ist, den Mitmenschen vor dem Verderben zu bewahren. Christus kannte in dieser Liebesbetatigung keine Schwierigkeiten. Auch der ihm nachstrebende Mensch wird keine Einwande gelten lassen, wenn solche sich ihm gegen die Uebernahme der Abstinenz aufdrangen.

Und wie hervorragend ist nicht die Bedeutung der sonstigen, den einzelnen Konfessionen eigenen padagogischen Hilfsmittel! Ich denke hierbei an den gemeinsamen Gottesdienst, den Empfang der heiligen Sakramente, die gesamte christliche Askese. Von den übeinatürlichen Anregungen und Kraftigungen des Willens, die mit diesen Uebungen verbunden sind, ist hier noch ganz abgesehen.

Diese konfessionell-religiösen Willensmotive bilden auch heute noch in Millionen von Herzen Heroismus und Konsequenz. Das kann auch der nicht leugnen, dem die konfessionelle Religiösitat sonst fernliegt und unverstandlich ist. Er muss mit ihr als einem System der wirksamsten Padagogik rechnen. Selbst ein französischer Freidenker, Payot, hebt in seinem Buch „Die Erziehung des Willens" die grosse Bedeutung dieser religiösen Motive in der Erziehung hervor.

Und diese Padagogik nun wollen wir in den Dienst der Anti-

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