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-unter der Jugend. Aber dürfen wir uns damit zufrieden geben, das Kind einfach für ein nüchternes Leben zu erziehen? Müssen wir nicht vielmehr bei der Erziehung das ganze Kind zu erfassen suchen? Das ganze Denken, das ganze Wollen, das ganze Fühlen des Kindes wollen, wir zu beeinflussen trachten. Die Erziehung des ganzen Kindes für ein ganzes Leben muss die Parole sein. Hierzu gehort auch die konfessionelle Erziehung des Kindes, die aber, soweit die Antialkoholbewegung hier hellen soll, notwendig eine konfessionelle Organisation zur Voraussetzung habe muss.

Die Zahl der konfessionell-organisierten Abstinenten betragt, soweit es sich hat feststellen lassen, li Millionen.

Und was haben die konfessionellen Vereine erreicht? Ich trete wohl Niemanden zu nahe und bleibe auf dem Boden der Tatsachen, wenn ich sage, dass gerade die konfessionellen Vereine die grösste Anzahl von geretteten Trinkern in ihren Reihen haben; sie zahlen nach 10.000. Welch ein Segen liegt nicht in diesen Zahlen! Wie viel wiedererlangte Gesundheit, Sanierung der wirtschaftlichen Verhaltnisse und Erneuerung des sittlich-religiösen Geistes! Und das nicht allein für die Geretteten selbst, sondern auch für ihre Familien und für ihre Umgebung. Wie viele sind nicht durch die Tatigkeit der konfessionellen Vereinen vor dem Alkoholismus bewahrt geblieben.

Nichts wirkt in der Agitation auf religiös veranlagte Gemüter so wirksam, wie gerade die kirchlichen Motive. Nur selten dürfte es vorkommen, dass hier ein Appell ungehört bliebe. So haben wir denn auch im K r e u z-B ü n d n i s, „Verein abstinenter Katholiken", zu wiederholten Malen die Erlahrung gemacht, dass unserem Werberufe, sich an der Nüchternheitsbewegung zu beteiligen, dann am zahlreichsten Folge gegeben wurde, wenn wir an das religiös-kirchliche Empfinden appellierten. Auch ist fast allen Einwanden und Bedenken gegen die Abstinenz hier die Spitze abgebrochen.

Vor allem wirken die religiös-sittlichen Motive bei der Agitation unter der Geistlichkeit, deren Mitarbeit ganz gewiss in unserer Bewegung von nicht zu unterschatzender Wichtigkeit ist. Die Geistlichen in unseren Grossstadten vor allem sind mit Arbeit geradezu überladen. Wenn daher eine Frage im Is amen des Wirtschaftslebens, der Hygiene u.s.w. an sie herantritt, liegt es nur zu nahe, dass sie diese Tatigkeit solchen überlassen wollen,

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