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nisieren von Ausstellungen, Alkohol-Kursen u.d.m., werden die Volkssitten auf den rechten Weg geleitet, und somit wird das Milieu für den Trunksüchtigen immer günstiger. Die Alkoholgesetze müssen an die sich in gutem Sinne andernden Begriffe angepasst werden.

Das gute Beispiel ist eins der besten Erziehungsmittel. In der heutigen Zeit haben sich die Ansichten betreffs der Trunkenheit ganz und gar geandert. Wahrend noch vor verhaltnismassig wenigen Jahren es zum guten Geschmack gehorte, ein Glas Wein oder Schnaps zu sich zu nehmen, und Falie der Trunkenheit bei festlichen Gelegenheiten als etwas sehr natiirliches betrachtet wurden, so hat in den letztern Jahren eine ganz andere Auffassung Eingang gefunden. In demselben Masse ist es von grossem Werte, dass allgemein sich die Ueberzeugung Bahn gebrochen hat, dass der Alkohol schadlich auf den kindlichen Organismus einwirkt, und dass die Schuljugend systematisch auf die Gefahren der Unmassigkeit hingewiesen wird.

Die in München eingeführte Massregel, um Betrunkene, die auf öffentlichen Strassen angetroffen werden, in die psychiatrische Klinik aufzunehmen, zeugt von Menschenkenntnis, ist zweckdienlich und wirkt erzieherisch. Die Aufnahme in die Klinik ist ebenso gut eine Zwangsmassregel wie die Inhaftierung in der Polizeizelle. Sie bietet namlich die Möglichkeit den Betrunkenen sorgfaltig zu untersuchen, was schon deshalb von grossem Interesse erachtet werden muss, weil Trunksucht und 1 runkenheit oftmals Aeusserungen krankhafter Anlagen oder Krankheiten sind, deren Existenz verkannt wurde, und ausserdem wird somit der Gedanke wachgerufen, dass der Alkoholiker ein Kranker ist, welcher der arztlichen Behandlung bedarf.

Einführung der Zwangspflege wird in demselben Sinne prophylaktisch wirken.

Eine direkte rationelle Prophylaxe ist in verschiedenen Fallen nur dann möglich. wenn man die Kinder frühzeitig der Macht trunksüchtiger Eltern entzieht. Die in den verschiedenen Kulturstaaten eingeführten Kindergesetze bieten hierzu die Möglichkeit. Je eher solches in Fallen der Verwahrlosung und des schlechten Lebenswandels der Eltern stattfindet, um so günstigere Ergebnisse können erwartet werden.

Wie bereits zuvor erwahnt, bedarf ein relativ grosser Prozent-

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