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Gewohnheit zu sein scheint, doch aber bald zu einem übermassigem Gebrauch wird, am starksten, vor allem dort, wo die Hauslichkeit nicht gross ist. Im Streite gegen den Missbrauch geistiger Getranke hat man wohl begriffen, dass die Wohnung in diesem Streite alles ist; die Wohnungszustande bilden einen Hauptteil der Betrachtungen in unsern Problemen. Ist es nicht logisch einen Schritt weiter zu gehen und zu erkennen, dass es einen grossen Vorteil bedeutet, wenn nicht allein die Wohnung gut und angenehm gebaut ist, sondern auch Gegenstande enthalt, auf denen das Auge der Bewohner mit Wohlgefallen ruht, und an die sich für sie Erinnerungen angenehmster Art knüpfen. Giebt es jemanden, der die Anziehungskraft eines gemütlichen Zimmers laugnet, in welchem das Auge, nach welcher Seite es sich auch wendet, einen Platz findet, der Erinnerungen wach ruft? Die Laubenkolonien, so hat man mit Recht behauptet, lehren die Familie sparen und werden für sie eine neue Quelle des Wohlstandes eröffnen. Das ist wahr; doch die Handhausarbeit kann dies auch, und mehr als dies. Die Laubenkolonien wekken die Lust zu regelmassiger Arbeit, lehren den Wert des Kleinen begreifen, und auch den Reichtum, den ein jeder in seinen eigenen kleinen Gaben besitzt; die Handhausarbeit tut dasselbe. Die Laubenkolonien entwickeln das Kunstgefühl und den Geschmack; man kann beschwerlich laugnen, dass die Handhausarbeit auch hierin ihrem Beispiele folgt, in starkerem Masse noch den Gesamtkunstsinn der Verfertiger entwickelt.

Man achte diese Vorteile nicht gering; klein sind sie, jeder an sich, aber in praktischer Hinsicht nicht zu verschmahen. Weder die Handhausarbeit noch die Laubenkolonien werden die bereits verlorenen wieder aufrichten können; dazu, wir wissen es leider, sind kraftigere Mittel nötig. Aber die Handhausarbeit kann dazu beitragen das Fallen zu verhindern, und bei diesem Punkte denke jeder an sich selbst, und nicht erst an den Nachbar, dessen Fallen er fürchtet. In den „Fliegenden Blattern" sah ich einmal das Bild eines jungen verliebten Mannes, der unter dem Fenster seiner Dame eine Serenade brachte; der j edoch als einziges Ergebnis eine Kanne kaltes Wasser auf den Kopf bekam aus dem Fenster des Nachbarn der jungen Dame, den dies langweilte. Der Sanger war aber darum nicht im mindesten aus dem Felde geschlagen, und böse rief er nach oben: Sie dachten doch nicht, dass die Serenade für Sie bestimmt war? In der Tat, der Sanger hat recht,

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