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Martial bei Limoges vom Presbyter Ademar von Chabanais geschriebene Handschrift ist für palaeographische und textkritische Forschungen von grossem Werte. Sie enthalt fol. 195 ff. den „lateinischen Aesop", der zu einem unter dem Namen Romulus bekannten Komplex von lateinischen Fabelbiichern gehort, welche für das Fortleben der antiken Fabel bis auf Lafontaine, von hervorragender kulturgeschichtlicher Bedeutung sind.

Der Wert dieser Fabelsammlung wird ganz besonders erhöht durch die beigefügten Illustrationen, hier zum ersten Male vollstandig reproduciert, welche überall antike Traditionen zeigen und für archeologische Untersuchungen grosses Interesse haben. Noch kürzlich wurde dieses an einem Beispiel von Prof. Benndorf in Jahreshefte d. österreich. archaolog. Inst. Bd. V. bewiesen.

An die Fabeln schliesst sich unmittelbar eine eng damit verbundene Sammlung von Rechenratseln von stark humoristischer, zuweilen volkstümlicher Farbung, welche bisher noch ganz unbeachtet geblieben sind und jetzt vollstandig publiciert, allgemeines Interesse beansprechen werden.

In der Einleitung hat Herr Dr. Thiele die Handschrift sehr ausführlich beschrieben und die phototypischen Tafeln nach jeder Richtung hin erklart. Somit wurde diese Publication von hoher Bedeutung sowol für philologische und archaologische als auch für kulturgeschichtliche Studiën.

IV. Juli 1907. — lm Jahre 1902 wurde für das Studium der Textkritik der A n n a 1 e s und H i s t o r i a e des TACITUS gesorgt, durch die phototypische Reproduction der beiden berühmten Florentiner Handschriften. Jetzt habe ich mich entschlossen, in derselben Weise auch die kleineren Schriften des TACITUS erscheinen zu lassen, namentlich die Germania und den Dialogus de oratoribus welche zusammen mit SUETONII fragmentum de viris illustribus in verschiedenen Abschriften überlieferl sind.

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