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Seit Theodosius dem Grossen (379—395)» dessen Religionsedikte, namentlich das von 392, die Ausübung des Götterkultes förmlich untersagten,!) verschwanden sie allniahlich. wobei freilich oft die Zerstörungswut des insbesondere von den Mönchen2) aufgereizten Pöbels ihren Untergang beschleunigt hat. Indessen wurden auch spaterhin noch, teils im Verborgenen, teils mit Zulassung der nicht immer strengen Behörden, Mysterien begangen und dem Isisdienste in Süd-Agypten machte erst Justinian I im Jahre 560 ein Ende.

Übrigens hat sich auch das Christentum der Einwirkung des Mysterienwesens nicht zu entziehen vermocht.3) Die Terminologie der Mysterien hat in sehr weitem Umfange den kirchlichen Sprachgebrauch bestimmt4) und der Ausdruck "Mysterien" ist im Kultus wie im Dogma bewahrt geblieben. Auch die beiderseitigen Zeremonien haben unlaugbare Ahnlichkeiten :5) besonders im Taufritual haben viele Mysterienbrauche sich erhalten. °) Ja, die Tauf-und Abendmahlsfeier hat in ihrem Gesammtvollzuge den Charakter einer Mysterienfeier angenommen ') und überhaupt tragt die

1) Vgl. V. Schuit ze, Geschichte des Untergangs des griechisch-römischen Heidentums I (1887) S. 257—297, f. f. 277 flg.

2) Vgl. V. Schultze, Gesch. d. Unt. d. gr.-röm. Heid. I, S. 267, flgg,

3) Über die Art und Tragweite dieser Einwirkung ist man noch nicht einig. Bratke "Die Steil. d. Clem. Al. z. ant. Myst." S. 647—708 nimmt bewusste und absichtliche Entlehnung seitens der Christen an, G. Anrich ttDas antike Mysterienwesen in seinem Einfluss auf das Christentum" (1894) stellt dieses stark in Abrede. G. Wobbermin "Religionsgeschichtliclie Studiën zur Frage der Beeinflussung des Urchristentums durch d. ant. Mysterienw." (1896) ist, in etwas ermassigter Fassung, letzterer Ansicht zugetan.

4) G. N. Bonwetsch "Wesen, Entstehung und Fortgang der Arcandisciplin" in Zeitschr. f. d. hist. Theol. 43 (1873) S. 273—2785 Bratke, Die Steil. d. Cl. Al. S. 663—6665 Anrich, Das ant. Myst. S. 155—164.

5) Dies wird auch katholischerseits zugegeben, vgl. A. G. Weiss, Die altkirchliche Piidagogik (1869) S. 34.

6) Anrich, Das ant. Myst. S. 200—205.

7) Anrich, Das ant. Myst. S. 218. Das Scliweigen über Form und Gehalt dieser wichtigsten Kulthandlungen war der Kern der altkirchlichen "Arkandisziplin," welche Benennung seit dem 17. Jahrhundert üblich ist.

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