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Religionen, bis in die spateste Kaiserzeit bewahrt. Als im Jahre 364 ein Erlass des christlichen Kaisers Valentinianus gegen die nachtlichen Opfer auch die Existenz der eleusinischen Feier bedrohte, erklarte Praetextatus, der Verwalter Achaja's "dieses Gesetz werde den Griechen das Leben unertraglich machen, wenn sie verhindert würden, die das menschliche Geschlecht zusammenhaltenden allerhciligsten Mysterien der Satzung gemass zu vollziehen" und fand Gehör.') Erst 395 machte der Einfall Alarichs dem öffentlichen Dienste ein jahes Ende:2) insgeheim aber und in sehr verkürzter Form sind die eleusinischen Riten gewiss auch spater noch begangen,3) zumal von den Nfeuplatonikern, welche sich in stets zunehmenden Masse für die Mysterien begeistert hatten.4)

Vorstufe zu den eleusinischen oder "grossen" Mysterien waren die "kleinen" Mysterien zu Agrai, einem Vororte Athens. Wir sind über dieselben sowohl hinsichtlich ihres Entstehens als ihres Zeremoniells und ihres mythischen Inhalts nur höchst mangelhaft unterrichtet.5) Fest steht indessen, dass man sie jahrlich im Anthesterion (Blumen-

1) Zosimus, Neue Gesch. IV, 3.

2) Vgl. Gregorovius, Gesch. d. Stadt Athen I S. 37.

3) In dieser Fassung schliessen wir uns bei Maass, Orpheus S. 15 flg. vgl. 95 flg., an, der sich rücksichtlich des Fortbestehens der eleusinischen Weihen auf den Neuplatoniker Proklos (410—485) beruft. Aber auch Proklos spricht an einer bekannten und spater noch zu berührenden Stelle, Komraent. zu Tim. S. 293 c. von dem öffentlichen Feste als von etwasVergangenem, ganz wie Augustin, Vom Gottesstaat VII, 20 und Theodoret, Heilung der griech. Affekte VII, S. 104.

4) Vgl. F. Pica vet, "Plotin et les myst. d'Él." in Rev. de 1'hist. d. rel. t. XLVII (1903) S. 281—297, dem jedoch nicht in allen Einzelheiten beizustimmen ist, und K. J. Neumann in Lit. Zentralbl. Jhg. 56 (1905) N. 38 Sp. 1247.

5) Svoronos glaubt in seiner geistreichen, aber allzukiihnen "Erklarung der Denkmaler des eleus. mystischen Kreises" in Journ. intern, d'arch. num. IV (1901) S. 244 (36) flgg. eine treffende Übereinstimmung zwischen den Weihen von Agrai und denen von Eleusis konstatieren zu können, doch bleibt manches anfechtbar.

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