Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

sche Darstellung" welche immerhin einen gewissen Aufwand erforderte, genannt werden. Diese Schwierigkeit lasst sich indessen heben, wenn wir nur die eigentliche Einweihung von dem mystischen Feste (etwa wie in der christlichen Kirche die Konfirmation von den Feiertagen, worauf sie gewöhnlich stattfindet) unterscheiden. Ein lehrreiches Beispiel hiervon geben uns die Mysterien der "Kabeiren" oder "grossen Götter" auf der Insel Samothrake, von denen wir übrigens, obwohl sie seit dem vierten Jahrhundert v. Chr. mit den eleusinischen an Ansehen wetteiferten, nur ausserst wenig wissen. Das mystische Fest namlich wurde — wie auch nicht anders zu erwarten — zu einem festen Zeitpunkt, wahrscheinlich am 20.—22. Juli oder August gefeiert; aber auch zu anderen Zeiten konnte man, wie es zahlreiche auf der Insel gefundene Inschriften bezeugen, einzeln eingeweiht werden. ') Dass jedoch für jeden einzelnen Mysten — es müsste denn etwa ein König2) oder Kaiser3) gewesen sein — eine mimische Darstellung, wie sie auch bei diesem Feste gewiss nicht fehlte, veranstaltet worden ware, ist ganz und gar unwahrscheinlich und folglich auch die Einweihung keineswegs schlechthin mit solch einer Feier zu identifizieren. Von den samothrakischen Weihen sei hier noch erwahnt, dass sie eine unlaugbare Verwandtschaft mit dem Demeter- und Dionysosdienste hatten 4) und dass man den dieser Mysterien Teilhaftigen nachsagte "frömmer und gerechter und in jeder Beziehung besser als vorher

1) Hirschfeld, Untersuch. a. Samothr. I, S. 39.

2) Zu Ehren des Demetrios Poliorketes wurden im Jahre 302 sowohl die kleinen als die grossen Mysterien in einem und demselben und zwar ungesetzlichen Monate gefeiert, Flutarch, Demet. 26.

3) Nach Dio Cassius, Röm. Gesch. LIV, 9 wurde Augustus "nicht zu der bestimmten Zeit" eingeweiht. Andere Kaiser aber scheinen sich an den gebrauchlichen Datum gehalten zu haben, vgl. Foucart, Les emp. Rom. init. a. M. d'Él. in Rev. Phil. XVII (1893) S. 197—207.

4) Vgl. L. B loch u. d. W. Megaloi Theoi in Roscher, L. d. M. II Sp. 2526 flg.

Sluiten