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schen Kaiserzeit, und zwar durch die Schilderung eines Eingeweihten, Apuleius, am besten unterrichtet. Denn wenn er auch, wie ja nicht anders zu erwarten ist, das Wichtigste verschweigen musste, so hat er doch eine zusammenhangende Erzahlung geliefert und es verspricht immerhin grosseren Erfolg, ein mangelhaftes Ganze abzurunden als zerstreute Fragmente aneinander zu fügen.

Eine biographische Notiz iiber Apuleius im herkömmlichen Lexikonstile diirfte hier iiberflüssig sein, da dieser encyclopaedische Schöngeist des zweiten Jahrhunderts in unseren Tagen keineswegs eine unbekannte Grosse ist. Wenn P. Monceaux sein geist- und gehaltvolles Werk: "Apulée, Roman et Magie" mit den Worten beginnt: "Apuleius ist für die Mehrzahl der Modernen ein Alter, langweilig wie alle Alten, der Latein schreibt und den man nicht liest," — so ist dies leicht irrefiihrend, denn bei Belletristen sowohl als Gelehrten erregt Apuleius immer lebhafteres Interesse und alte Übersetzungen der "Metamorphosen" aufs Neue herauszugeben ist fast zur Modesache geworden.') Übrigens ist es durch die treue und Jedem leicht zugangliche Übersetzung der "Apologie" des Apuleius von F. W e i ss (1894) dem geneigten Leser ermöglicht, sich über die Lebensumstande des "Platonikers von Madaura"2) aus der besten Quelle naher zu unterrichten.

1) lm Deutschen ist die Übersetzung von Rode (1783) in 1885 in einer auf chemischen Wege reproducierten Liebhaberausgabe (Leipzig, Glogau 11. Comp.) und in der Volks-Bibliothek f. Kunst u. Wissenschaft No. 15 mit Einleitung von Sacher-Masoch, in 1894 mit Einleitung von M. G. Co n rad (Leipzig, H. Barsdorf) zum dritten Male aufgelegt; im Französischen Bétolaud, Oeuvres complètes d'Ap., 1835 in der Collektion Panckoucke, 1861 vereinzelt und umgearbeitet erschienen, wie es denn auch an neueren Übersetzungen keineswegs fehlt; im Englischen Apuleius, The golden ass, transl. by W. Adlington 1566 (Reprint from 1639) w. introd. by C h. W li i b 1 e y, London 1893, 40, in The Tudor transl. ed. by W. Ilenley.

2) Dem heutigen Mdaurusch in Algerien.

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