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Kind der Jahrhunderte, Höchste der Gottheiten, Königin der Schatten, Erste der Himmlischen, einsgestaltige Erscheinung der Götter und Göttinnen, die ich des Himmels lichte Gewölbe, des Meeres heilsame Winde, der Unterwelt trauervolle Stille nach meinen Winken lenke, deren einige Gottheit in verschiedener Gestaltung mit mannigfachem Brauche und unter vielerlei Namen der ganze Erdkreis verehrt. Darum nennen mich die erstgeborenen Phrygier die Pessinuntische Göttermutter, hier die autochthonischen Attiker die kekropische Minerva dort die wogenden Kyprier die Paphische Venus, die pfeilbewehrten Kreter die Diktynnische Diana, die dreizüngigen Sikuier die stygische Proserpina, die Eleusinier die Altgöttin Ceres, andere die Iuno, andere die Bellona,') diese die Hekate, jene die Rhamnusia,2) aber die von den aufgehenden Strahlen des geboren-werdenden Sonnengottes erleuchteten Aethiopier und Ariër, sowie die an uralter Weisheit reichen Aegypter, die mich mit den angemessensten Gebrauchen verehren, nennen mich mit dem wahren Namen Königin Isis. Hier bin ich, voller Mitleid über dein Unglück, hier bin ich, dir huldvoll und gnadig! Lass' deine Tranen, vergiss dein Klagen, verscheuche deinen Trübsinn. Schon leuchtet dir, kraft meiner Vorsehung, der lag des Heils; mache deinen bekümmerten Geist nur auf diese meine Befehle gespannt!"

Und nun sagt sie dem Lucius, wie er zu seiner Erlösung mit zu wirken habe. Am folgenden Tage namlich (dem 5. Marz) soll der Göttin ein neugezimmertes Schiff als Erstlingsopfer für eine glückliche Schiffahrt geweiht werden. In der Mitte des Zuges wird der Hohepriester einen Rosenkranz in der rechten Hand am Sistrum hangen haben. Ohne Zögern

1) Über den Kult dieser vorzüglich mit der kappadokischen Md gleichgesetzten Göttin vgl. Procksch u. d. W. Bellona in Rosch. Lex. Myth. I Sp. 776 flg. u. Wissowa, Rel. u. Kult. d. Röm. S. 289—292.

2) Nemesis, nach Rhamnus, einem Orte in Attika, vgl. Gruppe, Gr. Myth. u. Rel. I S. 45.

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