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mein ungestümes Drangen zurück und beruhigte mit dem Troste einer besseren Hoffnung mein erregtes Gemüt. "Denn der Tag, worauf ein Jeder eingeweiht werden könne, werde durch den Wink der Göttin angezeigt, gleichfalls der Priester, welcher die iïeiligtümer reichen dürfe, durch ihre Vorsehung erwahlt und auch die zu den Zeremonien nötigen Ausgaben durch eine ahnliche Weisung bestimmt. Dies alles, meinte er, müssten auch wir mit geziemender Geduld abvvarten, da ich ja sowohl Zudringlichkeit als Widersetzlichkeit aufs Ausserste zu vermeiden habe und dem Rufe der Göttin weder ungehorsam sein noch zuvorkommen dürfe. Und es sei auch niemand der Seinen von so heilloser Sinnesart, ja, so todessüchtig, dass er, ohne einen absonderlichen Befehl der Göttin, einen so vermessenen und heiligschanderischen Dienst zu verrichten und eine tödliche Schuld auf sich zu laden wage. Denn sowohl die Riegel der Unterwelt als auch der Schirm des Heiles lagen in der Hand der Göttin und die Übergabe selber werde als Bild eines freiwilligen Todes und einer Rettung aus Gnaden gefeiert, denn die Göttin pflege nur solche, die nach dem Ablaufe der Lebenszeit, schon auf der Schwelle des scheidenden Lichtes stehen, denen jedoch die grossen Verschwiegenheiten der Religion ruhig anvertraut werden können, zu erwahlen und, nachdem sie durch ihre Vorsehung gleichsam wiedergeboren sind, auf eine neue Lebensbahn zu stellen. Ich müsse also auch der himmlischen Vorschrift mich unterwerfen, ob ich gleich aus besonders auffallender Gunst der grossen Gottheit vorlangst schon zu ihrem seligen Dienste auserkoren und berufen sei, und ich müsse mich ebenso wie ihre anderen Verehrer ungeweihter und sündhafter Speisen schon jetzt enthalten um desto rascher zu den verborgensten Geheimnissen der allerreinsten Religion zu gelangen."

22. So sprach der Priester und mein Gehorsam wurde durch keine Ungeduld getriibt, sondern erwartungsvoll in

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